Entschleunigung und Liebesnot

Schleunigst möchte ich mich nicht fühlen, es sei denn Gefühle der Einzigartigkeit. Ruhelos getrieben vom Werk der Kürze, erlaube ich allem das, durchdringen, flächenhaft. Von innen prasselt es in Bahnen nach außen, die Fäden verbinden Welt und Seel‘ Das Gesicht nach vorn, das Herz abgewandt, die Sehnsucht verwechselt mit offenem Kleid und der eigenen Betrachtung …

Zynismus und Idealismus

Nun denk, das digitale Deutschland steht Kopf! Weil Guttenberg geehrt wird, statt mit Schimpf und Schande und Teer aus dem Amt gefedert zu werden? Weil Horst Seehofer Jagd auf Ausländer machen will? AUCH! Aber vor allem erregte eine junge, naive Göre mit ihrem Wahnwitz die Gemüter. Mit steilen Thesen, wenig Substanz und einer flapsigen Ignoranz …

Utopie und Feigheit

Oder: Warum ich spackeresk bin. Ein Radikaler ist ein Mensch, der mit beiden Beinen fest in der Luft wurzelt. (Franklin Roosevelt) Ein Gespenst geht um in der westlichen Hemisphäre und den Ländern, die ebenso durchmodernisiert sind: Der digitale Kontrollverlust. An allen Ecken lauert er und versucht das Recht auf digitale Selbstbestimmung zu begatten. Zugegeben macht …

Jugendsünden und Literaturpreise

Ich nahm einst an einem Kurzgeschichtenwettbewerb teil. Und gewann. Wie auch immer. Vielleicht gab es keine weitere Bewerbung. Bei heutigem Lesen wird mir etwas anders, weil die Geschichte und die Sprache platt anmuten. Doch überzeugt euch selbst: Rien ne va plus Ring. Ring. Ring. Monotonous. And again. No mercy. The sound of the siren plays …

Reproduzierbarkeit und Solidarität

Frau-sein. Auch wenn ich rational und konstruktivistisch betrachtet damit nichts anfangen kann, ja hinter der Idee vielfach eben eine Konstruktion erkenne, auch weil ich das vielleicht will, kann ich mich seit kurzem sehr intensiv mit diesem Begriff identifizieren. Nicht, dass ich glauben würde Frauen repräsentieren zu können – oh weh! Würde ich massenkompatibel mit anderen …

Arendt und Privatsphäre

Das Politische ist das Resultat des Handelns, also etwas zwischenmenschliches, ja abseitig von den Menschen vorhandenes, jedoch nur in ihrem Tun entstehbar. Denn ich bin nur in der Wahrnehmung anderer. Schon Kant erkannte (!) und erarbeitete die Subjektivität und dadurch die Pluralität der Menschen in ihrer Wahrnehmung und somit ihrem Sein. Ich bin, weil ich …

Deutschland und Kulturnation

Lieber Thilo, nun gebe ich dir auch einmal Aufmerksamkeit. Ich duze dich, denn ich denke, dass du mich mögen wirst, schließlich bin ich angeblich intelligent und wohl erzogen worden – in deutsch. Und ich bin getauft worden. Sogar christlich.  Mein dunkelblondes, halbblauäugiges Wesen schlägt gerade auch eine Namensänderung in Gottholde vor. Deiner Zuneigung muss ich …

Figuration und Revolution

„Das ist eigentlich mein Ziel: Wie kann man Politik von den großen Worten, von den unwirklichen Idealbildern befreien, die sie heute beherrschen, und sie auf die solide Basis des Verständnisses und der Kenntnis, wie eine Gesellschaft wirklich funktioniert, zurückbringen?“ (Norbert Elias) Nun denk‘, die Piratenwelt steht auf dem Kopf. Apodiktische Beschwörungen folgen einander, die Presse lobt unverichteter Dinge, …

Internet und Identität

Denn nicht wir wissen, es ist allererst ein Zustand unsrer, welcher weiß. Heinrich von Kleist, Kleist Was ist eigentlich das Ich? Glaubt man der Wissenschaft, was ja nicht mehr alle zu pflegen tun, so ist eine Ich-Identität das Konglomerat aus Erinnerung, Reflexion und sozialen Bindungen, eine „symbolische Einheit“ (Habermas), die mir eine Orientierungslinie, eine Struktur gibt, mit …

Piraten und Geduld

Die Wahl in NRW und der Bundesparteitag sind vorbei. Das Fazit: Schwarz-Gelb ist abgewählt, die Mehrheitsverhältnisse aufgrund einer fünften Fraktion im Landtag sind unbefriedigend, eine große Koalition abzusehen und die politische Arbeit der Piratenpartei reduziert sich (gefühlt?) auf innere Streitigkeiten über Struktur, Programm und die G.-Debatte. Ja, der Spiegel sieht uns gar schon am Ende der Fahnenstange. …