21. Januar 2012

Vegetarismus und Religion (rant)

Liebe Menschen,

wir müssen reden. Dringend, denn der Irrationalismus des 19. Jahrhunderts scheint unsere selbsternannten Wissenschaftsexperten befallen zu haben! Anders ist die peinliche Akribie, mit der die kritische Auseinandersetzung mit Fleischkonsum auf diesem Planeten und speziell in den westlichen Sphären, und wiederrum speziell von selbsternannten Scientist, abgelehnt wird nicht mehr nachzuvollziehen. Denn: Wir haben ein Problem, ein Problem, dass wir recht leicht lösen können, wenn da nicht die religiös angehauchten Fleischwahnsinnigen wären, die eine Reflektion über Sinn und Unsinn des Fleischkonsum – vor allem in diesen Massen – nicht zulassen können, denn: NAZIS! HITLER WAR AUCH VEGETARIER!!!!!“!!“§!3

Bevor es weiter geht und ihr nervtötenden Heischer, die ihr dachtet, dass ich euren Fleischwahn unterstütze, Schnappatmung bekommt, eins vorweg: Ich liebe Fleisch. Ich liebe zartes Kalbsfilet, saftige Burger, Roastbeef, Carpaccio … ich liebe das aufrichtig und mir läuft das Wasser im Mund zusammen bei dem Gedanken daran. Ein Steak ist meine Torte. Und dennoch sage ich: Leute, unser Fleischkonsum ist schädlich, übertrieben und vor allem irrational. Niemand ist körperlich darauf angewiesen 88 kg Fleisch im Jahr zu essen. Einfach niemand. Das ist eine krankhafte Einbildung – mehr nicht. Die Gründe für diese Halluzination sind vielfältig – aber weder rational, noch verantwortungsbewusst, noch reflektiert oder sinnvoll.

Unser Fleischkonsum schadet Umwelt, Menschen und vor allem Tieren. (captain obvious!)

Unser Fleischkonsum entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Ich betone: Niemand braucht 88kg Fleisch im Jahr.

Unser Fleischkonsum scheint uns wichtiger zu sein, als die Ernährung der restlichen Welt. Klar, Hungerskatastrophen sind zwar schlimm, aber ich will doch bitte jede Woche meine 6 Schweinshaxen fressen. Das wird man doch verstehen können. Freedom of speech, anyone? (note the sarcasm) Deswegen: Stellt die Getreideflächen den 1,5 Kilo Rindsbraten zu Verfügung, den jeder von uns in der Woche verdrücken muss, weil wir nämlich sonst sterben. Stell‘ dir mal bitte vor: nur ein Steak im Monat? Da sterbe ich doch umgehend!!! Und die Fischstäbchen erst! Dann kann ich ja nie wieder zu McDonalds gehen! Das kann meiner Gesundheit ja nur schaden!

Massentierhaltung ist nicht nur ein furchtbares Verbrechen gegenüber Tieren (JA, verdammt!), sondern auch ungesund und Umweltverschmutzung. Sie gehört verboten. Punkt. Und ja das geht: Das heißt zwar, dass jeder von uns nur noch – random Zahl, die sehr sehr weit unter den 88 kg im Jahr liegt – fressen kann, aber: Leute, dass sollte es uns wert sein.

Mir geht das Gedisse von Menschen, die sich für einen fairen Umgang mit Tieren einsetzen und die globalen Probleme des komplett aus dem Ruder gelaufenen Fleischkonsums thematisieren dermaßen auf die Nerven ….

Ist es wirklich zuviel verlangt, dass ich verlange, dass die Tiere, die wir essen, wenigstens laufen konnten, als sie noch lebten? REALLY?

Ich kann es ehrlich gesagt nicht fassen, dass intelligente Leute nicht begreifen, was Fleischkonsum in diesen komplett lächerlichen Dimensionen (1,5 kg Bockwürste in der Woche pro Person. Soviel esse ich im ganzen verdammten Jahr nicht!) anrichtet und das wir, vor allem als die lächerliche und peinliche Internetgemeinde, die immer so großspurig daherredet von wegen BLABLA, global, international, blabla, uns dagegen wehren nur eine statt sechs Schweinshaxen die Woche zu fressen.

Und engagierte Menschen dann noch als wissenschaftsfeindlich zu diffamieren, setzt dem Ganzen die Krone auf. Ihr solltet euch schämen.

(Falls es noch nicht ankam: Ich will nicht, dass ihr nie wieder Fleisch esst. Ich will, dass ihr ein Bewusstsein entwickelt und vielleicht mal nicht 21 Salamipizzen in der Woche fresst.)

Julia

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71 Kommentare zum Artikel

Phil am 21.1.2012 um 14:52

Du sprichst mir aus der Seele. Ich liebe Fleisch (!!!einself), aber seit einer längst überfalligen Selbstreflexion finde ich es einfach ekelig, tote Tiere zu essen. Tiere, die vorher Emotionen hatten. Tiere, die extra für mich getötet wurden. Ich meine, wer bin ich bitte?!

Ps: McDo hat einen leckeren Veggieburger mit Gemüsepads (ist leckerer als es sich anhört;) und Veggiedöner gibt’s zumeist auch mit lecker Schaafskäse.

Lucie am 21.1.2012 um 15:24

Vielen Dank für diesen Text! Diese emotionalen, bisweilen aggressiven Trotzreaktionen beim Thema Fleischkonsum rauben mir den letzten Nerv.

Andi Zottmann am 21.1.2012 um 15:37

Sauerbraten

als Pferdeliebhaber und -sportler poste ich unregelmäßig Pferdebilder. Neulich mal wieder die eines frisch geborenen Fohlens (awwww!).

Zuverlässig gibt es dann, neben den vielen „<3" und "awww" Postings auch immer wieder diese "Sauerbraten" Postings. Zweck scheint mir die Provokation zu sein, die bei mir allerdings nicht verfängt.

Denn, was wäre eigentlich im Sinne des verantwortungsvollen Umgangs mit Nutztieren naheliegender, als ein Tier viele Jahre, mit viel Liebe und Pflege aufzuziehen, mit ihm Sport und Abenteuer zu erleben und am Ende nicht einfach zu entsorgen, sondern das Fleisch zur Ernährung zu verwenden?

Aber der Mensch ist ein seltsames Wesen. Die Reiter im Stall haben überhaupt kein Problem, sich von McDonalds zu ernähren, wenn es aber um die Verwertung des eigenen Tieres oder generell von Pferdefleisch geht, "graust" es den meisten.

Ähnliches ist bei Hasenzüchtern zu erleben, die nur den nicht-zu-schlachtenden Zuchttieren Namen geben und absichtlich eine Distanz zu Tieren aufzubauen die gegessen werden sollen.

Ich finde es schwierig die Ursachen hierfür wirklich zu erklären, vermute aber einen religiös/transzendentalen Hintergrund. Der Umgang mit Nahrung, insbesondere Ge- und Verbote spielen in allen Religionen eine wichtige Rolle.

Die industrielle Fleischproduktion ist letztlich aber genau eine Folge diesen Verhaltens. Die Entfremdung vom Tier scheint uns von der gefühlten Verantwortung zu befreien.

Lösung hab ich jetzt auch keine anzubieten, ich will einfach nur auf diese seltsamen Zusammenhänge hinweisen.

Jan-Hendrik am 21.1.2012 um 15:53

Dass zuviel Fleisch ungesund ist, wissen zumindest die Gebildeten. Für manche Leute ist eine Mahlzeit ohne Fleisch aber schlicht und ergreifend keine. Man sollte sich aber auch klar machen, dass die Welt nicht nur durch Bio-Lebensmittel ernährt werden kann. Und nicht zuletzt ist es die freie Entscheidung jedes Einzelnen, was auf seinen Tisch kommt.
Übrigens sollte man nicht behaupten, dass Hitler Vegetarier war. Er hat v.a. deshalb Gemüse gegessen, weil es für seine Verdauung besser war. Es ist Teil der Propaganda, dass er asketisch gelebt hat.
(Tut mir sehr leid, wenn ich nur von männlichen Person*innen gesprochen habe. Ich weiß, dafür kommt man in die Hölle.)

Valentin Brückel am 21.1.2012 um 16:02

Ich finde diesen Beitrag sehr interessant, denn meine Wahrnehmung ist genau die Gegenteilige. Mir fallen vor allem Vegetarier auf, die mir das recht auf Fleischkonsum absprechen oder mich zumindest dafür verurteilen.

Daher möchte ich auch umgekehrt für Gelassenheit werben: Völlig unabhängig von allen Argumenten und Wertvorstellungen kann man man die Lebensgewohnheiten anderer Menschen einfach akzeptieren und muss nicht bei jeder Gelegenheit missionarischen Eifer entwickeln – egal ob für oder gegen Fleischkonsum.

julia seeliger am 21.1.2012 um 16:04

Ach naja,
Bewusstsein kann man machen, man muss dazu aber auch kritisch stehen und schauen, ob die von den Ernährungsjüngern propagierte Strategie sinnvoll ist. Ich finde: Nein.

Mich nervt es vielmehr, dass man sobald man die Fleischfrei-Religion mal kritisch sieht, sofort als Befürworter/in von Fleischkonsum hingestellt wird. DAS ist kindisch.

LG

Julia

SuddenGrey am 21.1.2012 um 16:07

Mein Hauptkritikpunkt liegt hier bei Dumpingpreisen für Lebensqualität (Tier + Mensch).

Ich erläutere gern meine Rechnung.
Im Kölner HBF gibt es schätzungsweise 20 Fressbuden. Fast jede davon führt Fleisch (selbst das Reformhaus). Eine Bockwurst mit Brötchen, Ketchup, Serviette, Miete für die Hütte und das Gehalt der Arbeitskraft kosten glaube ich 1 €. Wieviel davon kommt dem Tier zugute? Und wieviel eigentlich der Arbeitskraft? Das kann man unendlich fortführen und solche Dumpingpreise sind nur durch Massentierhaltung möglich.
Ich habe daher beschlossen kein Fleisch mehr zu essen, ich gehe nämlich nicht zum Biometzger. Dafür hab ich kein Geld und ich bin auch zu faul dazu. Dann muss es eben ohne gehen und ich liebe Döner noch immer! Aber darauf muss ich dann eben verzichten.

Im Gegensatz zu Julia glaube ich aber, dass die Fleischesser nicht an ihrer Gesundheit interessiert sind. Und die Vegetarier und Veganer auch nicht unbedingt. Pommes und Pizza gehen nämlich auch wunderbar ohne Fleisch.

Zuletzt: Tofu ist kein Fleischersatz sondern ein eigenständiges Lebensmittel das nur so tun soll als sei es ein Schnitzel…

rob am 21.1.2012 um 16:21

Schön gebrüllt! 🙂

Ich sehe die reaktionen mittlerweile eher gelassen, wenn es um die Tierfrage bei Lebensmitteln geht.

In nehezu allen Fällen fühlen die Menschen sich direkt persönlich angegriffen, wenn sie mitbekommen, dass ich kein Fleisch esse, fragen natürlich oberflächlich nach und behaupten dann ich würde missionieren, wenn ich tatsächlich mir Argumenten komme.

Sehr beliebt ist es auch, zu argumentieren dass man jemanden kennt der kein Fleisch ist und immer missionieren will, zu solchen Menschen möchte man nicht gehören, und das wegen ist man gezwungen Fleisch zu essen, jeden Tag, nur um das deutlich zu machen.

Da wird einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema direkt jede Tür verschlossen. Argumente bringen nichts. Hat Züge von Religion. Schade das diese Ignoranz so ein Leiden hervorruft.

yah bluez am 21.1.2012 um 16:33

Wenn man sich low carb ernährt, dann nimmt man die täglichen Kalorien zu 50% aus Fett zu 40% aus Protein und zu 10% aus Kohlenhydraten. Bei sagen wir mal 2500 Kalorien pro Tag fallen sind das dann 1000 aus Protein, also ca. 250g Fleisch am Tag das sind im Jahr dann gut 91kg.

So falsch sind 88kg also nicht.

mfg
yb

Baranek am 21.1.2012 um 17:02

Ich finde, du hast Recht. Wobei allerdings Verbohrtheit generell mehr Probleme schafft als sie löst. Ja, ich esse totes Tier mit Vergnügen. Allerdings verkneife ich mir immer mehr den Konsum dieser Produkte im öffentlichen Raum Der Imbissasiate, der Currywurststand, seufz, was die da reinknallen in ihre Produkte, man weiß es nicht, vermutlich fürchterliches. Kurzum: ich will wissen, woher das Zeug kommt. Diejenigen, die keine Transparenz herstellen, haben wahrscheinlich etwas zu verbergen. Daher nur noch Ware von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. Haben Marktstand hier in Stuttgart. Allerdings: sauteuer die Ware. Gut, kaufe ich halt weniger, dafür beste Qualität. Nur so kann es letztlich gehen: Weniger ist hier definitiv mehr!

Christoph B. am 21.1.2012 um 17:20

Danke, dass du das Thema auch ansprichst.
Denn mir ist es auch wichtig.

Je mehr man über das Fleischessen nachdenkt je mehr zweifelt man, ob man es tun oder lassen soll. Seitdem ich mich viel mit Politik beschäftige und beginne alle Dinge zu hinterfragen 😉 habe ich meinen Fleischkonsum deutlich reduziert.
Fleisch in den Mengen zu essen, wie es viele Menschen für normal halten, ist ungesund und trägt einen Teil dazu bei, dass es mit unserer Welt bergab geht.
Ich habe mir das klar gemacht und kann es nicht länger ignorieren.

Ich finde es wichtig, dass so viele Menschen wie möglich sich genau das klar und bewusst machen. Fleisch ist ein Luxus! Und diesen Luxus sollte man sich gelegentlich leisten (wenn man möchte).

Es wäre schön, wenn die Menschen das irgendwann verstehen können.

Liz am 21.1.2012 um 17:38

Ich denke genauso, kann es aber nicht so aufschreiben.

Vielen Dank für diesen Text!

Dominik am 21.1.2012 um 19:55

Die Gedanken gehen in die richtige Richtung. Mir persönlich ist es ein Anliegen, die unsägliche industrialisierte Massentierhaltung schnellstmöglich abzuschaffen. Unsägliche Tierqual ist hier an der Tagesordnung, zudem ist der Fleischkonsum (bzw. die dadurch nötige Massentierhaltung) Klimakiller No. 1 nach einer aktuellen Studie von World Watch, ebenso zerstört dieses ausufernde fleischgefresse Regenwälder in riesigem Ausmaß! Man kann sich vorstellen, wie vielem Menschen man mit 16kg Weizen ernähren kann, im Vergleich zu 1kg Rindfleisch, welches die 16kg Weizen verschlingt.

Wer trotz dieser Fakten genüsslich zum Mäckes geht, ist entweder einfach ignorant oder kümmert sich einen scheiß um Tiere, Umwelt und zukünftige Generationen.

Und wer nach Alternativen sucht: googelt einfach mal vegane Rezepte, z.B. Rouladen nach Jérôme Eckmaier oder Veggie Döner mit Vleisch von Wheaty. Ihr werdet nichts vermissen und tut damit euch und allen anderen was Gutes!

juh am 21.1.2012 um 20:01

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Das ist doch ein politisches Problem, kein privat, persönlich, religiöses. Einfach die Richtlinien von Bioland für die gesamte europäische Landwirtschaft verbindlich machen und das Problem des übermäßigen Fleischkonsums ist erledigt.

Daniel am 21.1.2012 um 20:34

Danke für den Text! Meist stoße ich als Vegetarier auf die zitierten Reaktionen, mir fällt es allerdings häufig schwer zu argumentieren, da ich gleich in eine Schublade gesteckt werde und die „Ohren auf Durchzug“ gehen. Ich will ja niemanden den „Spaß“ verderben und die Welt ist nicht schwarz-weiss…

Deborah am 21.1.2012 um 21:54

@juh, ich denke aber schon daß man den Menschen auch etwas Eigenverantwortlichkeit abverlangen kann! Früher gab’s einmal in der Woche nen Sonntagsbraten, der war was besonderes, man hat Tiere nicht als Massenprodukt angesehen. Ich hab im privaten Umfeld auch ständig das Gefühl da geht’s eher um eine Mode, und zudem denke ich oft, dass gerade Männer sich männlicher fühlen wenn sie täglich Fleisch essen – während vegetarische Männer natürlich Homos sind..überspitzt dargestellt, aber dennoch oft beobachtet (es soll sich bitte nun nicht jeder Mann angegriffen fühlen!)

Anonimal am 21.1.2012 um 23:06

Ich stimme Dir vollkommen zu und teile die aufrichtige Art des Artikels (ja, verdammt!). Ich versuche seit Jahren, meinen Fleischkonsum einzuschränken, das gelingt mir auch relativ gut, aber ich bekomme immer wieder richtig Heißhunger, wenn ich längere Zeit ohne Fleisch gelebt habe. Mein Hunger überwiegt dann mein Gewissen, aber wenigstens sage ich es (im Gegensatz zu vielen anderen Fleischkonsumenten). Mich nerven diese militanten Fleischfresser: Hey, ich bin selber einer und sage, daß diese Fleischindustrie ein Verbrechen ist!

Eigenverantwortung ist eine Sache. Man sollte es nicht verbieten (da fürchte ich mich vor einem vollkommen unregulierten Schwarzmarkt! – andererseits können die Zustände, die heute zu großen Teilen herrschen ja kaum noch übertroffen werden), aber die Politik muss dort repressiver einwirken.

Wie das gehen soll angesichts der enorm starken Fleischproduzentenlobby weiß ich jedoch auch nicht so recht…Wahrscheinlich gibt es nur den langfristigen Weg über flächendeckenden Umwelt-/Ethikunterricht. Wenn die Menschheit denn überhaupt noch diese Zeit hat…

Joshua Bertsch am 22.1.2012 um 01:16

Du hast zu 100% Recht und regst dich wunderschön auf ! Werde nicht müde das zu tun!

christian am 22.1.2012 um 11:59

In Deiner Rage bist Du hin und wieder undeutlich darin, was Du aussagen möchtest:


Mir geht das Gedisse von Menschen, die sich für einen fairen Umgang mit Tieren einsetzen und die globalen Probleme des komplett aus dem Ruder gelaufenen Fleischkonsums thematisieren dermaßen auf die Nerven ….

Da musste ich in der Tat fünf Mal nachlesen, wer hier was tut. Außerdem solltest Du deutlicher darin werden, wen Du im Verlaufe des Textes ansprichst. Das sind erst „die“ (Wirtschaftsberater), kurz danach werden die zu beschimpenden direkt angesprochen um dann in „unser“ zu münden. Das muss in einem Rant deutlicher und mehr auf den Punkt gebracht werden.

Die 21 Salamipizzen hingegen reißen dann aber wieder alles raus, wenn Du am Ende den Leser direkt beschimpfst. Da bleibt am Ende nur, dass man sich selbst angesprochen und beleidigt fühlt oder eben nicht. Schwarz und Weiß, gut und böse. So gehört’s in einem Rant!

Benny am 22.1.2012 um 14:49

Ich esse gerne Fleisch und Meeresgetier. Ich gebe es zu.
Aber ich stimme dir zu. Weil jeden Tag Fleisch zu essen,
das bringt’s für mich nicht.
Ich esse hochgerechnet alle 1-2 Wochen Fleisch, vielleicht 1-2x die Woche Fisch / Meeresfrüchte und lebe ansonsten fleischlos.
Zum Einen, weil es schmeckt, aber auch, weil ich es kann.
(Heißt ja auch nicht, dass man auf sowas wie ne Pizza verzichten muss.) 😉

Vor allem aber lernt man dadurch erst ein saftiges Steak und andere kulinarische Hochgenüsse wie z.B. Garnelen in Kräuterknoblauchsauce richtig zu schätzen.

Matthias Heppner am 22.1.2012 um 19:28

Kann dir natürlich auch nur zustimmen, aber das was du schreibst, ist ja eh im Begriff gesellschaftlicher Konsens zu werden. Der Pro-Kopf-Verbrauch in den entwickelten Industriestaaten von tierischen Lebensmitteln ist in der Tendenz ohnehin am sinken. Jedoch ist deine genannte Zahl, welche auch in der Wikipedia genannt wird

http://de.wikipedia.org/wiki/Fleisch#Konsum

mit 88 Kg zu hoch. Selbst die Agrarlobbyseite agrarheute.com spricht beim Konsum 2009 von 60,5 Kg.

http://www.agrarheute.com/ami-fleischkonsum070510

Dies entspricht auch der unten anstehen Grafik für Deutschland.

Fleischkonsum

USA:

http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/us-fleischkonsum-sinkt-drastisch

http://www.dailylivestockreport.com/documents/dlr%2012-20-2011.pdf

Deutschland:

http://img.photobucket.com/albums/v225/Dragoncrawl/fleischdeutschland.jpg

Ebenso ist der Eikonsum rückläufig.

USA:

http://www.cok.net/blog/2012/01/industry-news-egg-consumption-declining-0

Deutschland:

hier scheint sich momentan der Konsum von Eiern zu stabilisieren, tendenziell jedoch fallend.

http://www.animal-health-online.de/lme/2008/10/23/jeder-eu-burger-verspeiste-136-kg-eier/3054/

Das Gedisse von Menschen, die sich darüber aufregen, dass mit Tieren fair umgegangen werden soll, braucht dich nicht so sehr aufzuregen. Dies sind Rückzugsgefechte, da Privilegien (wie eben das Verlangen nach Fleisch, Milch, etc..) niemals gerne abgegeben werden (und ein fairerer Umgang mit Tieren bedeutet einen hedonistischen Verlust, zumindest kurzfristig).

Du weißt ja bestimmt (durch FB und meine Seite veggie.de), dass ich in dieser Hinsicht noch (positiv formuliert konsequenter negativ formuliert radikaler) denke und mir wünsche, dass die Gesellschaft jegliches Recht an Tieren achtet, also diese gar nicht mehr züchtet, um sie später zu töten. Dies gibt dann doch häufiger Diskussionen 😉 Aber ich finde es gut, dass Leute wie du zumindest die Frage reflektieren (zum Glück ist das ja immer häufiger der Fall) und damit den Weg ebnen, dass eines Tages die Menschen keine Tiere mehr töten müssen, um sich gesund, abwechslungsreich und genussvoll zu ernähren.

Wenn du gedisst wirst, kannst du diejenigen darauf aufmerksam machen, dass du wirklich sehr gemäßigte Ansichten hast und sie stattdessen eher „extreme“ Veggiraten wie mich dissen müssten 😉

mfg

TheK am 22.1.2012 um 20:49

Wie, ein Mittelweg? Nein, also das geht mal gar nicht! Wo bleiben denn da die Fanatiker!

korbinian am 22.1.2012 um 21:44

als bekennender hedonist fällts mir natürlich schwer deinen mahnenden zeigefinger in ein anderes, nachhaltigeres verhalten umzusetzen. gutes essen ist für mich nicht nur befriedigung eines hungergefühls, sondern auch belohnung und absurderweise auch eine bestätigung dafür dass ich noch nicht zur „unterschicht“ gehöre weil ich mir das leisten kann. absurd deswegen weil ja gerade gebildete besserverdiener es sich leisten können und wollen wenig oder kein fleisch zu essen. du verkennst hier nämlich glaube ich auch ein bisschen die soziale frage. da fleisch so billig ist können eben auch ärmere sich diesen luxus (und das ist er ja wirklich) leisten so viel fleisch zu essen. grade wenn es sonst recht wenige belohnungssysteme gibt kann ich gut verstehen dass man sich so befriedigung verschafft. ich halte es für kontraproduktiv und elitär wenn du als gebildete bürgerliche deinen erhobenen zeigefinger dem pöbel in die nase steckst damit er sich mal vernünftig verhält. kein wunder dass da gegenreaktionen kommen weil man sich beleidgt fühlt.

achtung, jetzt kommt mein godwin: das klingt schon ein bisschen wie sarrazin der den ALG-2 empfängern empfiehlt doch statt sein geld für n sixpack bier zu verplempern lieber n liter milch kaufen soll ;D

vernünftiger, nachhaltiger umgang mit essen setzt auch ein umfeld voraus dass diesen ermöglicht. schulische aufklärung und soziale integration ist dafür vorraussetzung. die zahlen von matthias zeigen aber ja auch dass das zumindest in dem bereich durchaus funktioniert und der fleischkonsum rückläufig ist.

ich persönlich esse in letzter zeit sehr viel fleisch, weil dank weihnachten in unserem biomarkt viel übriggeblieben ist was weg muss und ansonsten 1 jahr in der tiefkühltruge strom gefressen hätte und dann irgendwann weggeschmissen werden würde. solange die tiere artgerecht gehalten wurden plagen mich tierschutzbedenken nicht, bleibt das für mich eigentlich wichtige argument gegen fleischkonsum: die ressourcen die für die produktion aufgewendet werden müssen und dadurch dem klima schaden.

statt moralkeulen zu schwingen sollte man lieber politisch den weg weitergehen der eh schon gegangen wird. langfristig glaube ich nämlich auch dass wir zu flächendeckenden bio-anbau- und tierhaltungskriterien ohne massentierhaltung kommen werden. das ist ein sinnvolles ziel, birgt in sich aber die gefahr dass die subventionen für biobauern noch hochgefahren werden um so die preise künstlich niedrig zu halten, damit nach wie vor jeder sein kilo fleisch in der woche essen kann. um das effektiv zu verhindern müssten meiner meinung nach alle agrarsubventionen weg.

ccm am 22.1.2012 um 21:57

Mein Mittelweg besteht darin, Fleisch nur noch zu besonderen Anlässen (Feiertage, Einladungen, usw.) zu essen, oder wenn man es einfach mal sein muss. Dabei gibt es als Regeln: Das Fleisch muss noch nach Fleisch aussehen (also keine durch irgendwelche Mixer oder Fleischwölfe gedrehten Massen) und (aus verschiedenen Gründen) kein Schwein.

Mit diesen einfach Regeln macht das Fleisch essen plötzlich wieder Spaß, weil man fast nur noch „gutes“ Fleisch ist, also Fleisch, das besonders zubereitet wurde und nicht aus Resten zusammengeklebt wurde, man isoliert sich nicht sozial, hat dennoch ab und zu sein Stück Fleisch und irgendwie ein besseres Gewissen und so andere Vorteile.

Ich habe das Gefühl, dass das eine Annäherung an einen früheren Begriff vom Fleischkonsum ist, indem es eher einmal in der Woche ein Stück gab – schlicht, weil Tiere eben vom Himmel fallen.

Jens Best am 22.1.2012 um 21:58

Volle Zustimmung, Julia.

Nach Jahren des „Der Geist ist willig, doch das Fleisch ist billig.“ steht 2012 als erste privat-politische Konsequenz mein Ausstieg an. Kein totaler Verzicht, aber ich verabschiede mich von meinem Fleischverzehr-Verhalten.

Gerade gestern sagte ich zu einem Freund: „Komm‘ lass nochmal zum Rosenburger geh’n, ich glaube so viele Burger werde ich dieses Jahr nicht mehr essen.“ Und dann stolpere ich über deinen Artikel heute.

Kultur fängt im Alltag an. Politik fängt im Alltag an. Authentizität, Transparenz, diesen Hut kennen wir Digitalos ja schon.

Neben dem persönlichen langsamen Ausstieg in 2012 stellt sich die Frage, welche wirksamen, aber nicht anti-liberalen oder gar ungerechten politischen Massnahmen zu ergreifen sind. Einen konstruktiven Dialog hierzu würde ich mir wünschen.

themell am 22.1.2012 um 22:02

Schöner Rant! Musste gleich an den guten Hagen denken: „Gibts ein Menschenrecht auf Leberwurstbrot?“ http://www.youtube.com/watch?v=sHNY1Xt-Y-o

LordSnow am 22.1.2012 um 22:36

Musste ich doch glatt mein flattr-Konto wieder aufladen. Danke für diesen Artikel!

Viele Grüße
René

korbinian am 22.1.2012 um 23:46

@julia
mit „pöbel“ meine ich eine bezeichnung für leute die aus der eigenen sicht unter einem stehen. ich diskriminiere in dem fall die leute die diese kategorie zur selbstbeweihräucherung benutzen, um dem pöbel korrektes verhalten zu herrklären – nicht den „pöbel“. das wort „pöbel“ ist für mich eh kein schimpfwort.

korbinian am 23.1.2012 um 02:50

ja, natürlich. deine empörung gegenüber diesen idioten ist natürlich legitim, is eh klar. ich find deine erlösungserweckungskritikreaktion halt nur ein bisschen langweilig, wenn sie nicht politisch gesehen wird. „du findest mich doof“ – „deswegen finde ich euch doof“, naja…

mir kommts halt eher so vor als würdest du ein paar statements von idioten benutzen um mal selber schön viel legitimität zu haben vom leder zu ziehen. im sinne von „das wird man doch wohl noch sagen dürfen!“ und „da habt ihr den beweis!“

wenn ich 1€ für nen döner (oder zb auch 79€ für nen ring) zahle habe ich in erster linie kein schlechtes gewissen wegen der umwelt oder der toten tiere sondern wegen der menschen die sich da selbst ausbeuten um armen aber sexy berliner hipstern ihren lifestyle zu verkaufen. das hat aber NICHTS mit fleisch zu tun, mit veggiefraß beuten sich die ja genauso aus. (un)solidarität mit den opfern unserer essgestörtheit finde ich halt von beiden fraktionen pervers wenns allein dabei bleibt.

korbinian am 23.1.2012 um 02:52

der letzte post war unsinn. argl. egal

korbinian am 23.1.2012 um 02:59

der letzte post von mir war quatsch weil vegetarier mit ihrem fleischverzicht ja was aktiv dagegen tun, nehme ich daher zurück.

Kay am 23.1.2012 um 18:59

Danke für diesen Aufschrei…

Ein sinnvoller Umgang mit Lebensmitteln, nicht nur Fleisch, ist längst überfällig. Kollegen werfen einen völlig guten Joghurt weg, nur weil das MHD um einen Tag überschritten ist. SCHWACHSINN!

Dann aber das Pressfleisch und den Dosenthun in Massen futtern und sich a)wundern, dass man damit dem Planeten schadet und b) auf einem „Geiz-ist-geil“-Dauerniedrigpreis bestehen.

Auch ich liebe Fleisch, aber es ist immer noch etwas besonderes. „Früher“ (so lang ist das noch gar nicht her) gab es 1-2 mal die Woche Fleisch. Das war dann auch ein Highlight. Jeden Tag Fleisch in Form von Braten, Chickenwings, Burger, Maggi-Hack-Sauce etc war und ist für mich undenkbar.

Allerdings tangiert das ganze auch ein großes gesellschaftliches Problem – die vermeintlich fehlende Zeit. Essen ist Nahrungsaufnahme und erfolgt nebenbei und nicht mehr bewusst. Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umschaue, dann kann kaum einer ohne Tütenfraß kochen – nennt das aber so. Sicher sitzt man heute länger auf Arbeit, hat nicht mehr die alten Familienstrukturen, wo Mutti für Vati und die Kinder kocht – aber es finden sich Lösungen.

Nochmal – Danke!

Jens am 24.1.2012 um 00:49

Wieviele Gramm Salami sind denn auf so einer Salamipizza? 10? 20?

Felix am 25.1.2012 um 20:51

Nach dem ersten Absatz wollte ich aufhören zu lesen; Godwin’s Law – aber ich drück mal ein Auge zu.

Grundsätzlich gilt ja, wer laut rumschreit hat nix zu sagen. Was nämlich mehr nervt als Leute, die jeden Tag ihr Billig-Schnitzel verdrücken müssen, sind Leute, die ihre Mitmenschen mit militantem Vegetarismus nerven. Du stehst da weder auf der einen, noch, aber doch mehr, auf der anderen Seite.

Im Grunde muss ich dir aber Recht geben; wir Deutschen essen viel zu viel Fleisch, was dazu führt, dass sowohl die Qualität des Fleisches, als auch der Tierhaltung sinkt. Dass man dann regelmäßig Gammelfleisch- oder Seuchenskandale bekommt ist kein Wunder. Diese Konsequenz scheint sich den meisten Menschen jedoch nicht zu erschließen.

Die Gründe liegen aber nicht unbedingt in mangelndem Interesse an Tier- oder Umweltschutz, sondern in der generellen Ignoranz, die wir der Qualität der alltäglichen Dinge entgegenbringen. Geiz ist eben geil und die Werbung und Industrie hat uns das regelmäßige wegwerfen ihrer Billig-Produkte erfolgreich antrainiert – mit unserer Nahrung machen wir das Gleiche.

Liebe Mitmenschen, esst weniger Fleisch, dafür besseres. Das macht viel mehr Freunde und hält euch dabei noch gesund.

Liebe Julia, starke Argumente und weniger Lärm machen doch viel mehr Eindruck als lautstarkes Rumpoltern, dann hören dir auch die zu, die sich sonst genervt abwenden. 😉

Viele Grüße,
Felix

Kerstin am 26.1.2012 um 11:04

Ich war 10 Jahre lang Vegetarierin…nicht, weil ich Nutztiere so süß finde, sondern weil ich mit der Haltung (eingeschlossen europaweite Transporte, schlechte Nahrung, Antibiotika etc) nicht einverstanden war.

Vor ca. 5 Jahren bin ich dann wieder unter die Carnivoren gegangen. Dies, zum einen, weil mir das Fleisch wirklich fehlte (chronischer Eisenmangel, auch nach jahrelanger ärztlicher Betreuung nicht dauerhaft in den Griff zu kriegen) und zum anderen, weil ich einen anderen Weg für mich entdeckt habe: Mein Verlobter und ich fahren einmal die Woche zum Metzger unseres Vertrauens. Ich weiß, auf welchem Feld die Kuh steht, die ich im Begriff bin zu essen. Ich weiß, dass der Preis mich jedes Mal schlucken lässt. Dafür gibts halt nur einmal die Woche ein Hauptgericht mit Fleisch, dann aber richtig gutes Rind (schonmal für 50 € das Kilo) zum Beispiel. Für das Fleisch nebenher wird dann noch etwas Aufschnitt eingekauft….

…und als Ex-Vegetarierin kenne ich natürlich auch all die Rezepte und Tricks. Mein Mann jedenfalls beschwert sich gar nicht mehr, dass es kein Fleisch gibt…das war zugegebenermaßen etwas Missionierungsarbeit…aber dann hat er selbst eingesehen, dass es ihm nie um den Geschmack ging…sondern um das Prinzip.

Aber: Es geht. Es ist gesund. Es ist vernünftig.

Und wie die Ärzte schon so schön sangen: „Und die Fäkalien tun dann auch nicht mehr so stinken…“ 😉

Sina Hawk am 26.1.2012 um 18:26

Deine Einstellung entspricht dem, was ich auch schon seit Jahren lebe. Ich koche jeden Tag frisch – aber bitte nicht jeden Tag mit Massen an Fleisch. Fertigquatsch kommt mir genau so wenig zwischen die Zähne wie Wurst, bei der ich nicht mehr definieren kann, was man da hinein geworfen hat. Es muss nicht billig und viel Fleisch sein, lieber weniger und dafür hochwertig. Wenn ich ein frisches Stück Roastbeef kaufe und zubereite wie mir gerade danach ist, dann habe ich den Rest der Woche sicher keinen Hunger mehr auf mehr mehr mehr Fleisch. Fisch gibt es dank der globalen Überfischung maximal einmal im Monat – und ich lebe so ziemlich gesund, bin wenig krank, wenn ein paar Gramm zu viel auf den Hüften liegen dann wegen meiner Sportmuffelei aber nicht von McDonalds. Gemüse schmeckt, macht satt, sieht gut aus. Und Obst ist eh seit jeher mein Süßigkeitenersatz, ich kann den ganzen Süßkram nicht anpacken im Supermarkt – aber das ist ein anderes Thema.

Gesunde Ernährung und verantwortungsbewusste Ernährung gehen eigentlich Hand in Hand. Wer sich mehr mit dem beschäftigt, was er isst, weiß woher seine Nahrung stammt und hat selbst in der Hand, ob er damit Massentierhaltung unterstützen möchte. Vegetarier kann ich nicht sein, ich habe es versucht, nicht vertragen, nicht gemocht, das will ich nicht. Ich möchte auch mal unterwegs eine Frikadelle kaufen können wie neulich geschehen und dann freue ich mich, mal wieder eine gute Frikadelle gegessen zu haben. Und ich möchte Leibgerichte wie „Gehackte Leber“ auch weiterhin zubereiten und am liebsten drin baden – aber nicht jede Woche.

88 Kilo Fleisch im Jahr pro Westler-Dekadenz-Mensch? Da wird jeder Löwe neidisch … Das muss einfach nicht sein.

Who Chares am 27.1.2012 um 02:28

Kein Vegetarier der Welt sollte auch nur Ansatzweise über das Fressverhalten von Omnivoren empört sein. Ich war selbst seit früher Kindheit Vegetarier und musste irgendwann erkennen das man als solcher nicht weniger auf Seite der Tierausbeuter steht als ein omnivore. Fasst euch an die Nase, erkennt das ethische Dilema und rafft endlich mal das, selbst wenn es keine geschmacksähnlichen veganen Produkte gäbe, Geschmack niemals ein Argument pro Qualprodukte ist. Sowohl das Leben des Tieres, als auch die Gewichtung der Konsequenzen auf den CO² Ausstoß, als auch die globale Ernährung MUSS höher gewichtet sein als „Geschmack“. Wer behauptet veganes Essen nimmt einem Lebensqualität hat sich nicht hinreichend informiert.

Bei einem Großteil würde die Lebensqualität steigen, weil er anfängt Dinge zu essen, die er vorher garnicht kannte.

Carsten Hucho am 27.1.2012 um 13:24

Ein inhaltlich guter Artikel – aber ich verstehe den Aufhänger nicht. Woher hast Du denn die Informationen über den Wahnsinn massiven Fleischkonsums? Doch wohl von ‚intelligenten Menschen‘. Welche ’scientists‘ verweigern sich denn dieser Diskussion? Es gibt ausführliche wissenschaftliche Diskussionen – und Mahnungen – dazu.
Warum dieser Drang, Messias zu sein, einer unterdrückten Mindermeinung anzugehören? Nein, der Wahnsinn des Fleischkonsums wird unter ‚intelligenten Menschen‘ diskutiert. Manche ‚intelligente Menschen‘ ziehen auch ihre Konsequenzen. Wo werden Leute ‚gedisst‘, die weniger Fleisch essen?
Die Sache ist gut und wichtig,
aber die Feindbilder künstlich und überflüssig. Dienen sie nicht irgendwie dazu, sich selbst ein bisschen moralisch zu erhöhen?
Vielleicht.
finde ich.

Kris B. am 27.1.2012 um 14:52

Also Julia.
Erst einmal DAUMEN HOCH für diesen Beitrag.
TOP! DAS wir in dieser Zivilisation ECHTE Probleme mit der Selbstwahrnehmung haben, weiss ich persönlich auch nicht erst seit bei „hart aber fair“ der lebendig gewordene Fleischwurst GOTT der Welt wieder einmal erklären wollte, „der MENSCH BRAUCHT Fleisch“ ..und dabei selbstgefällig sein Doppelkinn tanzenlässt.

Nun dennoch kritisiere ich Fleischesser (selbst Vegetarier seit 2009, mit wachsenden Veränderungen der Nahrungsmittelzufuhr) nicht direkt. WOHL ABER deren Argumentation und mangelnde Selbstwahrnehmung.

Allein die Tatsache, dass Menschen zu großen Teilen inzwischen gar nicht mehr wissen wollen, woher WAS und WIE kommt, wie es entsteht usw. – ich weiss nicht, nach wie vor glaube ich an den Verstand und die Kraft der Selbsterkenntnis – aber anscheinend reden wir hier NICHT von einer Selbstverständlichkeit.

Der Mensch ist letztendlich doch ein Überlebenskünstler und ALLESESSER, das ist etwas anderes als ein „Fleischesser“. Wer mit etwas über Vitamin B12 Bedarf, Aminosäurebilanz und Notwendigkeit von Fleisch erzählen möchte, darf sich gern melden.

Letztendlich gibt es aber dennoch einen ethischen Aspekt, es gibt einen spirituellen / persönlichen Aspekt, aber EIN JEDER muss VON SELBST Erkenntnis gewinnen.

Anders geht es nicht, so sehe ich das.
Ich persönlich würde jedoch zumindest sagen, sich FLEISCH zu nehmen ist einfach – aber DAFÜR ZU SORGEN das es zu einer Mahlzeit wird, einem Tier das LEBEN einfach zu nehmen, bedeutet eine GROßE Verantwortung. Solchen und anderen haben wir uns als moderne Zivilisation längst entzogen, dahingehend sehe ich ganz schlicht noch große Probleme auf uns zukommen.

Alles hat aber Ursache und Wirkung – Konseuenzen.
Und es ist nur Konsequenz das die QUALITÄT einer Sache in unserer „Produktgesellschaft“ längst nachgelassen hat.

Interessant ist es auch als Vegetarier, WIE AUCH ALS Fleischesser sich aus medizinischer Sicht überhaupt einmal Gedanken zu machen, was Verhältnismäßigkeit wie auch Verhältnislosigkeit überhaupt auslöst.

Diverse Stoffwechsel und Krebserkrankungen sind auf dem Vormarsch bei uns, unweigerlich – und wir können wegsehen oder wir können hinschauen und auch einmal hinhören. Nicht wenige Mediziner nehmen GANZ KLAREN Bezug auf unsere Konsum- und Eßgewohnheiten.

In diesem Sinne Mahlzeit.

Gustav am 3.2.2012 um 22:52

Bin gerade eben durch Zufall vorbei gekommen. Gefaellt mir bis jetzt sehr.

Angelo am 3.2.2012 um 22:57

Netter Blog, ich komme ab jetzt regelmaessig

Manu F. am 13.2.2012 um 17:43

Fleischkonsum & Zynismus…
ohne viele Worte leite ich mal weiter zu Hagen Rether’s Rant:
http://www.youtube.com/watch?v=hPnf5mh-IpA
„Gesichtsmortadella“ 😉
lecker.