1. März 2010

Bewegung und Mut

Dem Fasten liegt nicht zuletzt die Sorge um meine Gesundheit zu Grunde, bzw. der Drang eine Zerstörung dieser zu vermeiden. Und so kommt es nun, dass ich mich heute mal wieder dem Sport hingab – am Rhein laufen ist auch eine phantastische Angelegenheit, vor allem wenn es noch kühl im Jahr ist und die Lunge gegen die metallische Kälte ankämpfen muss. So betrieb ich heute also einen Frühjahrsputz für meinen Körper, der sich langsam entknackte, dessen Muskeln und Sehnen wieder an ihren eigentlichen Platz gerückt wurden und der sich doch gegen die plötzlich erfahrene Bewegung wehrte. Habe ich mich übernommen?

Bewegung ist die Ortsveränderung mit der Zeit – dies gilt auch für nicht-physikalische Orte. So ist meine Weltsicht ein Ort, an dem ich mich wohl und sicher fühle, wo mich nichts erschüttern kann, ich vertraut bin, kurz: wo ich mich auf sicherem Terrain bewege. Ebenso sind meine Erinnerungen ein schöner Ort inmitten meiner selbst – denn dort bin ich Herrin, entscheide selektiv, was meine Erinnerung sein darf und was nicht. So sind Orte ebenso wie Bewegung vor allem relativ, eine Abbildung meines Inneren, geformt und geschaffen von diesem, beeinflussbar nur durch mich. Verändern sich meine Orte nicht, so muss ich stagnieren, bin gefangen in mir und lasse mich, vielleicht sogar extern induziert, von mir unterdrücken und verkümmere somit zu einem Opfer meiner selbst. Welch‘ gruselige Vorstellung! Also muss ich den Wunsch nach dem kuscheligen Verweilen am immer gleichen inneren Ort bezwingen lernen, mich in innere, geistige Bewegung versetzen, denn erst dann kann ich alte Muster, alte Gewohnheiten ablegen. Das erfordert Mut, schließlich muss man lieb gewonnenes, sei es auch noch schädlich, verabschieden, sich trennen. Doch echte Bewegung ist die Überwindung genau dieser Angst.

Schwanensee asiatisch-phantastisch

Julia

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Poys 'n Girl F am 2.3.2010 um 01:13

lullaby

words written memories stored in places way up high
no more to say, cause everything was heard before
stories i’ve told me with angle choire voices
remembered, but tears from old days in my eyes

oh, sweetest pain – please leave me from here
and now and then, what ever will be
you have to climb the rocks to see the mountain view
but all you’ll see is what your eyes will set free

with quiet steps, you will walk a path of pain
not able to see the light beyond the stars
all your memories are what they are and should be
now open your heart and let them fly away

my lullaby, my goodbye, my goodbye to you
my lullaby, sleep well my friend and goodbye to you

lyrics by Freedaah