25. Februar 2010

Zweifel und Selbstbewusstsein

Gefunden auf: http://jagenholz.de.tl/Malerei-2008.htm

Gefunden auf: http://jagenholz.de.tl/Malerei-2008.htm

Ich zweifel, also werde ich.

Sich im Zwiespalt zu befinden ist wohl jedem bekannt, schließlich ist die Welt meist komplexer und undurchsichtiger als man sich das wünschen würde. Oftmals jedoch verfestigt sich der Zustand des Zwiespalts und ergreift die Herrschaft über die Emotionen – Unsicherheit wird zum dominanten Gefühl, alles wird angezweifelt, vor allem die eigene Person, das eigene Tun, gar macht sich eine Lähmung breit, die wiederum Selbstzweifel erzeugt. Ein Teufelskreis, dem man nur schwer zu entkommen vermag, der, zugegeben, auch ganz kuschelig ist, schließlich vermeidet man Wagnisse und somit auch einen Fall, denn der potentielle Aufschlag bereitet einem wirklich schlaflose Nächte. Wer nicht wagt, kann nicht verlieren. Man glaubt instinktiv zu wissen, wozu man nicht fähig wäre, was man alles absolut nicht können oder ertragen könnte und läuft dabei doch nur Gefahr sich zu verlieren: in Selbstmitleid, Angst und Stagnation.

Wikipedia sagt nun, dass „Zweifel ist der Treibstoff der Selbstbewussten“ ein Sprichwort sei. So oder so ist dieser Satz nur allzu wahr, drückt er die Kehrseite der selbstzweifelnden Medaille aus, schaffen Selbstzweifel doch Selbst-Aufmerksamkeit und legen somit einen Zugang zu sich selbst. Nur wer sich selbst kritisch betrachtet ist in der Lage seine Stärken und Schwächen zu verstehen, seinen Platz, seine Funktion in dieser Welt zu ergründen und anzunehmen. Habe ich diesen Platz einmal in seiner Flüchtigkeit erkennen können, so ist mein Auftritt auf der Bühne der Menschheit einfacher, ertragbarer und schöner. Erst der Zweifel an der Welt lässt mich die schönen Dinge schätzen – erst wenn ich die negativen Seiten kenne, verstehe ich die positiven und erst wenn ich zweifeln kann, kann ich denken.

Julia

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4 Kommentare

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Ein Kommentar zum Artikel

Knochenfee am 26.2.2010 um 12:54

Es ist viel Schweigen
zwischen Männern und Frauen.
Viel Fremdheit auch,
wenn sie einander beschauen,
und Kummer.

Es eint viel Freude
die, die sich lieben,
Frauen und Männer. Sie
lächeln und schieben
noch eine Nummer.
-Arthur Ströhm