Piraten und Pussy Riot

Ich habe heute mal folgendes Statement als Bundesvorständin abgegeben (as in: über den Presseverteiler gejagt. Danke an die Bundespresse!)

»Eine demokratische Gesellschaft muss sich an ihrem Umgang mit Widerspruch, mit Protest und Gegenwehr messen lassen. Die russischen Behörden haben mit der Inhaftierung der Frauen von Pussy Riot bereits deutlich gezeigt, dass die russische Gesellschaft immer noch von autoritären Strukturen regiert wird, die legitimen Protest gegen den Einfluss der Kirche auf die Politik, Sexismus und Unterdrückung ersticken wollen.

Das heutige Urteil ist darüber hinaus ein brutaler Beweis dafür, dass Protest gegen politische Korruption, die Bevormundung durch die Kirche und Sexismus nicht erwünscht ist. Mehr als bedenklich ist, dass die Trennung von Kirche und Staat, die jeder demokratischen Gesellschaft zu Grunde liegen muss, hier nahezu außer Kraft gesetzt wird. Schlimmer noch ist, dass die Kirche und die exekutiven Organe die Entscheidung des Gerichts direkt beeinflusst haben.
Wahrlich erweist sich Russland heute als alles andere als eine ›lupenreine Demokratie‹: Widerstand und Protest werden nicht geduldet, Disharmonie soll keinen Platz haben. Dabei werden systematisch Stimmen unterdrückt – in diesem Fall Stimmen, die sich gegen den Terror der Kirche engagieren und sich für ein freies und wirklich demokratisches Russland einsetzen.

Die weltweite Solidarität zeigt, dass es überall Menschen gibt, die sich für Meinungs- und Kunstfreiheit einsetzen und das Ergebnis dieses Schauprozesses nicht hinnehmen wollen, nicht hinnehmen können.«

2 Antworten auf „Piraten und Pussy Riot“

  1. Das Urteil hat doch eher gezeigt, dass ungenehmigte Punkkonzerte nicht überall stattfinden können, selbst wenn ein Hausverbot erteilt wurden ist. Vielleicht sollte ich mal bei ihnen vorbeischauen und auf den Teppich kacken, um drastisch meinen Unmut zu äußern.

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