Der Tod der Autorin ist nur ihr Anfang

Die folgende Rede habe ich als Keynote in Hagen auf dem Kultursymposium “Der Autor ist tot, es lebe der Autor!” gehalten.

Da ich mich nicht mit der geistesgeschichtlichen Dekonstruktion der Autorin als Punkt im Diskurs auseinandersetzen werde, spreche ich heute über die Autorin, den Angelpunkt der Individualisierung, in Zeiten der Digitalisierbarkeit aus durchaus persönlicher Sicht. Anders scheint es nicht zu gehen. Blickt eins in die Entwicklungen der letzten Jahre, betrachtet anonyme Kollektivliteratur und die Geschwindigkeit mit der Texte um die Welt wandern, oft nicht mehr zuordnungsfähig, fühlt es sich nur konsequent an, was die Poststrukturalistinnen einst verkündeten: Der Tod der Autorin ist realer denn je. Der Kontrollverlust, der in den Arbeiten zur toten Autorin bereits angelegt ist, wird vollkommen, die Autorin verliert Deutungshoheit und Kontrolle über ihren Text. „Der Tod der Autorin ist nur ihr Anfang“ weiterlesen