Einfalt.

DSC_2080

Am schlimmsten ist die Einfältigkeit, die fehlende Kreativität, das Nicht-Hinterfragen, das Ja-Sagen und der Zwang die Welt in Symmetrien einzuteilen, die er kennt, die er geerbt hat, die er versteht, ohne nachzudenken. Ein Mensch, der mehr schreibt als er liest, mehr sagt als er denkt, mehr hasst als er liebt, erfüllt von der Rache gegen den Weltschmerz, sind die Projektionsflächen austauchbar, egal, Kollateralschaden. Das betont höhnische Lachen, die letzten Waffen, das letzte Gefecht vor dem Erkennen des Selbst, dem Zusammenbruch der Ideen, dem Schmerz des Nichts, der Vielfalt. Und dann die Lösung. Es ist so einfach. Manchmal haben sie gelesen, manchmal haben sie sich durchs Leben geschlagen, meist unfreiwillig, an statt Missgunst für das Andere. Plötzlich finden sie sich im Wurzelwerk der kommunikativen Triebhaftigkeit, bestätigen sich ihrer Sinnhaftigkeit und sehen die Welt wie sie zu sein scheint. Abweichung wird mit Härte, mit Häme und Hohn begleitet, so wie sie wollen, dass glänzt, was sich verennt im Augenblick der Selbstrettung, der Abschottung gegenüber der Komplexität und Radikalität des Verstehens. Gerechtigkeit gilt für sie selbst. Sie haben Zeit. Und dann verstehen sie nicht mal Lyrik.

Eine Antwort auf „Einfalt.“

  1. Wenn das den Anspruch hat, Lyrik zu sein, wirft es mir vor, jegliche Lyrik nicht zu verstehen, weil ich dieses nicht verstehe, was eine unzulässige Verallgemeinerung wäre. Aber das, was ich verstehe, was der Artikel zu sein scheint, entspricht meiner ohnmächtigen Beobachtung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.