Meinung und Freiheit

Dieser Eintrag ist unter Eindruck massiver Beleidigungen und Bedrohungen entstanden. Er ist höchst emotional und irrational, denn anders kann man diesem Hass und seiner Dimension nicht gerecht werden. Ich will meine Tränen nicht verstecken müssen, meine Angst verheimlichen. Ich will, dass jeder weiß, wie es mir geht in solchen Momenten, wo eine digitale Inquisition begonnen wird. Ich will dokumentieren, dass ich für meine Ansichten gehasst werde. Ich will, dass sich Menschen betroffen fühlen. Ich will euch meinen emotionalen Schutt ins Gesicht reiben. Und es ist mir egal, wie ihr das findet.

Liebe Welt,

der heutige Tag war einer der schlimmsten, seit ich im Internet wohne. Er hat mir fürchterlich die Tränen in die Augen schießen lassen und ich bin immer noch ganz benommen von der Wucht, mit der ich mich diesmal habe treffen lassen. Und während die Tränen weiter um den gekrümmten Mund kullern, habe ich mich entschlossen, mir nicht länger zu erlauben, unter den Beleidigungen, der Hetze und der Angstmache leiden zu müssen. Aber zunächst erzähle ich einmal, was genau geschehen ist. Wie du weißt bin ich immer schon mit meinen Ansichten und Ideen angeeckt, war oftmals nicht in der Lage meine Ideen von dir und der Wirklichkeit missverständnisfrei zu kommunizieren und habe mich lieber mit den Texten von Toten beschäftigt – die beleidigen einen nämlich eher selten, wenn man ihre Meinung nicht teilt bzw. manchmal muss man einfach weiter lesen und akzeptiert die Beleidigung vielleicht sogar.

Bereits früh eckte ich in der Schule an, als ich die Heuchelei um die Trauerbekundungen zu den Anschläge von 9/11 kritisierte oder die Alleinschuld Deutschlands am Ersten Weltkrieg in Frage stellte. Ich eckte an mit meinen Forderungen nach einem Zustand deiner, indem sich Menschen wenigstens die Mühe machen anzuerkennen, dass ein Teil deiner Bevölkerung auf Kosten des anderen Teils lebt. Auch im Studium provozierte ich Widerstand mit der Aussage, dass 8 Milliarden Autos nicht das Ziel unserer Gesellschaft sein dürften, oder mit dem Hinweis, dass ich die USA nicht mehr für eine liberale Demokratie halte. Auch mit meinem zynischen Humor habe ich mir in der Vergangenheit nicht immer Freunde gemacht. Und schließlich bin ich auch kein schlechter Troll. Immer schon wurde mir übertriebener Gerechtigkeitssinn vorgeworfen, Naivität, ein fehlender Blick für die „menschliche Natur“ und natürlich das Verkennen von (unumstößlichen) Realitäten. Und Arroganz. Oder eine grauenhafte Agenda. Aber das hat bei Frauen mit Meinung tatsächlich eine lange Tradition.

Und so sollte es auch bei den Piraten seinen Lauf nehmen. Zunächst trat ich mit Verve ein und wurde ebenso hofiert, wie das (jungen, attraktiven) Frauen eben passiert in Parteien – man genießt einen Vertrauensvorschuss, soll für alles kandidieren, was zur Verfügung steht und immer nett lächeln. Man kann sich in Anerkennung suhlen. Und so blieb es, bis zu dem verhängnisvollen Moment, wo ich eine eigene Meinung kund tat. Zugegeben war das Medium etwas großspurig und ich selbst auch vollkommen überfordert. Aber das habe ich ja alles schon geschildert. Wieso nun wieder eine neue Welle des, ja, blanken Hasses, der Verleumdung und der Bedrohung? Nun, ich wurde vor einiger Zeit gefragt, ob ich für den Kaperbrief (eine ganz tolle Mitgliederzeitung aus Berlin) einen Beitrag schreiben wolle – das Thema sei diesmal Datenschutz und es solle eine Gegenüberstellung geben von Datenschutzverfechter und -kritiker. Gar der taz sollte die Ausgabe beiliegen. Ich willigte ein und schrub also meinen Beitrag. Die Kriterien für diesen Beitrag waren für mich in erster Linie an das taz-Publikum gerichtet, das sich mit den Ideen und Überlegungen zum Thema Datenschutz(-kritik) wohl weit weniger beschäftigt hat, als der gemeine Twitterer. Nun, also machte ich es mir zum Ziel in angemessener Sprache diese Überlegungen zu rekapitulieren, sie in Kontext zu setzen. (Der Kaperbrief setzte meine Meinung der Parteimeinung sogar entgegen und erwähnte meine Mitgliedschaft nicht, so wie ich das auch gewollt hatte) Als ich den Beitrag nun beendet hatte, fragte ich im IRC (Spackeria-Channel) an, ob ich bitte kritische Meinungen haben könnte. Prompt wurde ich gefragt, ob der Artikel für die Flaschenpost genutzt werden dürfte. Und auch wenn der Artikel für die Partei grundsätzlich recht redundant ist – zumindest ist er schön geschrieben! Also willigte ich ein und ging arglos in die Twitterpause.

Doch was heute auf mich einprasselte, hat die bisherigen Shitstorms in seiner niederträchtigen Qualität glatt noch einmal übertroffen. (Ja, ich habe meinen Urlaub unterbrochen, indem ich die Twittersuche mit meinem Namen fütterte) Doch was geschah genau? Unter dem Artikel in der Flaschenpost wurden unglaubliche Beleidigungen verfasst und scheinbar sogar eine Ddos-Attacke auf die FP-Seite gestartet. Zunächst musste ich grinsen und fragte mich, ob „geddost“ werden eine Qualifikation für den Lebenslauf ist. Auch auf Twitter liefen die üblichen Verdächtigen wieder Sturm – soviel Hass, wie gegen mich gehegt wird – da nehme ich es glatt schon als Kompliment, denn wer kann schon von sich behaupten, ganze Menschengruppen mit so wenigen Worten für so lange Zeit emotional so zu berühren? Und auch wenn ich die Beleidigungen, die Verleumdungen und die sexualisierten Bedrohungen gewohnt bin – gewöhnen kann ich mich nicht an sie, sie machen mich traurig, sie tun mir weh. Besonders getroffen hat mich hierbei ein Tweet (Es handelt sich um einen Pirat, zumindest nach der Biographie des Schreibers zu urteilen), der dazu aufruft mich mal „zu bummsen“ – inwiefern mein Einverständnis dafür vorausgesetzt wird, frage ich mal vorsichtshalber nicht. Jedoch schwingt hier mit, dass es sich um eine objektive Notwendigkeit zu handeln scheint, dass Mann mich sexuell zu züchtigen habe – Notzucht quasi. Meine sexuelle Selbstbestimmung muss an der Stelle nicht respektiert werden – schließlich handelt es sich um eine notwendige Maßnahme, um mir meine Meinung auszutreiben, meine Verirrung. Mir wird direkt ein Gefallen getan! Für mich ist das indirekt ein Aufruf zur Vergewaltigung und ich fühle mich degradiert und zutiefst beleidigt. Dass mag der eine oder andere übertrieben finden – aber das ist mir egal. Ich will und werde mich an diese Form der übergriffigen Kommunikation nicht gewöhnen; ich werde mich wehren, auch wenn die Beschimpfungen dann wohl noch massiver werden. Denn schlimmer ist eigentlich, dass es nicht das erste Mal ist, dass solche Aussagen getroffen wurden, dass ich diesen regelmäßig ausgesetzt bin und es sogar Menschen gibt, die der Meinung sind, dass ich mir diese Attacken einbilde, ja inszenieren würde. Sexuelle Belästigung gibt es auch im digitalen Raum und ich lasse mir das nicht länger gefallen und werde alle (sic!) legalen Formen in Betracht ziehen, um mich zu wehren.

Dass ich mich wehren kann und wehre, habe ich oft genug gezeigt. Wer mich öffentlich beleidigt, mir private Nachrichten mit unverschämtem Inhalt schickt und mich am laufenden Band verleumdet – gegen den wehre ich mich. Diese Menschen beleidige ich alleine deswegen, weil ich es nicht mehr in mich hinein fressen kann, was sie mir an den Kopf werfen. Emotionale Notwehr. Ich lasse mich nicht fertig machen, ohne zurück zu schießen. Auch wenn das vielleicht nicht dem gängigen Frauenbild entspricht oder fair ist. Auch wenn es dabei manchmal Leute mehr trifft, als sie es verdient haben. Bei jeder Äußerung von Teilen der eigenen Partei digital verprügelt, bespuckt und sexuell belästigt zu werden ist nicht so leicht zu verkraften, wie das vielleicht von außen aussieht. Da reagiere ich auch irrational und beleidige zurück – selbst wenn ich weiß, dass es unnütz ist und es mir oft im Nachhinein leid tut. Wenn ich angegriffen werde, kämpfe ich. Punkt.

Und was passiert? Natürlich – diejenigen, die am härtesten gegen mich hetzen, mir beleidigende nicht-öffentliche Nachrichten schreiben und mich bei jeder Gelegenheit zu verleumden versuchen fühlen sich als Opfer. Ich hetzte also gegen Andersdenkende? Das Wehren gegen Beleidigungen ist nun also fehlender Respekt vor der Meinungsfreiheit? – Wo sind die Bodo Thiesens dieser Partei in diesem Moment, wo die Meinungsfreiheit so bekämpft wird? Die Stalinisten konnte ich bereits identifizieren.

Wenn mein LV in Berlin nicht voller so toller Menschen wäre und kurz vor der Wahl in Berlin stehen würde – ich wäre ausgetreten. Und zwar heute.

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Update: Liebe Kommentatoren – Danke! Ich habe glatt noch einmal vor Rührung ein bisschen Tränen vergossen. (Einmal nah am Wasser … ) Ich danke für die Mutmachung, die Unterstützung, das Verständnis. Und auch eine Entschuldigung gab es. Ich habe lange gezaudert, aber jetzt weiß ich, dass es der richtige Schritt war <3

133 Antworten auf „Meinung und Freiheit“

  1. Ja, persönliche Angriffe von PIRATEN kenne ich auch.
    Wenn man für eine Kritik von einem Piraten gleich gefragt wird, ob man denn schon „die Pillen genommen“ hätte, weiß man Bescheid.

    Manche Menschen sind einfach nur Arschlöcher.
    Wir stehen hinter dir, Julia.

  2. Julia, du brauchst längst keinen Vertrauensvorschuss mehr.
    Mit deiner Art, deiner Einstellung, deinem Kampfeswillen hast du es dir das Vertrauen redlich verdient.
    Nicht weil ich Mitleid mit einer jungen atraktiven weinenden Dame habe, sondern Respekt vor dir als Person, als Pirat.
    Du hast tolle Menschen um dich rum, und du wirst sie weiterhin benötigen. Dieser Mob, das sind meiner Ansicht nach Einzelne, die die Masse benötigen, um sich stark zu fühlen. Sie sind es nicht.

  3. Hallo Julia,

    falls irgendwelche Mitglieder aus Baden-Württemberg versucht haben, den politischen Diskurs durch Straftaten (Beleidigung, Gewalt, etc, du hast ja eine Liste in deinem Beitrag) oder Androhung ebendieser zu beeinflussen: Bitte melde dies möglichst mit Quellenangabe an unsere Vorstandsadresse vorstand ‚ät‘ piratenpartei-bw.de – Es dürfte klar sein, dass wir ein derartiges Verhalten unserer Mitglieder nicht dulden.

    Ich gehe davon aus, dass dies auch für alle anderen Vorstände aller anderer Untergliederungen der Piratenparteien weltweit gilt.

    Auch wenn ich deine Meinungen zu Datenschutzthemen nicht teile: Lass dich von solchen Idioten nicht unterkriegen!

    Sven Krohlas,
    Politischer Geschäftsführer Piratenpartei Landesverband Baden-Württemberg

  4. Hey Julia,

    Du kennst die kleinen Flachwicher-Nerds doch, die in ihren Kellern hocken und ihre Klappe nur anonym aufreissen. Die sind wirklich keine einzige Deiner Tränen wert.

    Aber Deine Reaktion ist genau die Richtige. Verkauf Dich so teuer wie möglich, Feuer aus allen Rohren, wer traurig ist wird depressiv, wer wütend wird ist ein schlechtes Opfer.

    Deine Mutter.

  5. Ich weiß nicht was ich schreiben soll.
    Deinen Beitrag fand ich sehr gut, ich kann als Pirat nur dahinter stehen.

    Um so mehr schockiert mich mal wieder die Reaktion darauf.

    Bitte vergiss nicht das es da draussen auch diejenigen gibt, welche hinter dir stehen.
    Ja, oft schweigend aber auch oft in vielen Diskussionen für deine, unsere Ideen und Ideale einstehend.
    Oft für dich kämpfend und nur ein wenig weniger oft den argumentativen Sieg davontragend.

    Toleranz, Aktzeptanz und Respekt scheinen in dieser unserer Partei leider oft ein Fremdwort zu sein.
    Lass uns nicht aufgeben und dies ändern.

    Gruß Borys Sobieski –
    Mit vollem Namen hinter dir stehend. Und wenn es notwendig sein sollte auch vor dir.

  6. Julia,

    ich hoffe einfach mal, die armseligen Gestalten, die sich nicht mit Argumenten wehren können und keinen (auch innerparteilichen) Pluralismus aushalten, sind in dieser Partei in der Minderheit. Laut sind sie leider.

    Lass dich nicht unterkriegen!

    Gruß,
    Stephan

    #SolidaritätmitJulia

  7. Liebe Julia,

    lies mal nach, was Du Freunden oder auch nur Parteifreunden vorhältst:

    „….Ignoranz gegenüber den wahren Problemen der Gesellschaft und zu Lasten einer freien Vernetzung und Kommunikation“.

    Wer nicht Deiner (unausgegorenen) Meinung ist ignoriert also die wahren Probleme zu Lasten freier Kommunikation? Sorry. Ich schlage her vor, dass Du Dich für Deine Wortwahl entschuldigst, statt jetzt auf weinerlich zu machen.

    Dessen ungeachtet sind Beleidigungen oder gar sexuelle Anmache gegenüber Dir inakzeptabel. Völlig richtig. Dagegen muss und darf man sich wehren. Wer aber so austeilt wie Du, sollte dann andererseits nicht all zu empfindlich sein, wenn es knüppeldick zurückkommt.

    In aller Freundlichkeit
    Jörg

  8. Hallo Julia,
    bei all dem shit, der gegen dich losgetreten wird, möchte ich dir positives feedback geben. Ich finde es genau so verabscheuungswürdig wie du, wie unqualifizierte persönliche Angriffe gegen dich geäußert werden. Aber wir treten auch für freie Meinungsäußerung ein, Tirsales hats grad nochmal in der neuesten PM bekräftigt. Und ich denke, dass ist der Preis, den wir dafür bezahlen müssen. Auch wenn es schwer fällt, gerade in der Politik ist ein dickes Fell von Nutzen und ebenso ein guter Spamfilter im Kopf.
    Mach weiter und vertritt deine Meinung. Meine Unterstützung hast du, wenn auch nicht in der Sache, so doch aber moralisch.

  9. Liebe Julia

    Dieses Vorgehen ist natürlich untragbar. Wenn es sich um schriftliche Angriffe handelt und du also die Quelle kennst – Butte bei die Fische. Sag mir wer das war und ich werde die Leute fragen was die sich so dabei gedacht (wenn sie gedacht) haben.
    Wir haben damals auch diskutiert und waren nicht immer einer Meinung – trotzdem denke ich kannst du gut an Bonn zurückdenken.
    Deinen Artikel in der FP finde ich nicht ganz fertig aber du beschreibst gut einen Großteil des aktuellen Zustands. Das heißt nicht, dass dies wünschenswert ist. Ich für meinen Teil bin auch aus diesen Gründen – weil die Politik aktuell keinerlei Antworten darauf hat – Pirat geworden.
    Ich hoffe, dass du als starke Frau den Piraten erhalten bleibst. Schon allein um keine Parteilinie der sich alle anzupassen haben aufkommen zu lassen. Die Parteilinie hat zu sein, dass Vernunft und Verstand regieren – die Überzeugung kommt dann von allein. Dazu gehört aber auch, dass man alle Positionen hinterfragen und kritisieren kann.
    Meine Unterstützung hast du – und ich weiß, dass viele Bonner Piraten genau so denken!

  10. Mal abgesehen davon, dass ich gewisse Kommentare absolut unangebracht finde, aber hey – trolls gonna troll – und dass auch die Spackeria dazu neigst, auf unfaire Weise vorzugehen und zu diskreditieren, was das Zeug hält, und mich das alles ziemlich ankotzt, schon allein, weil es diesen Mangel an Intelligenz offenbart, unter dem die ganze Partei leidet (wenn auch weniger als andere): Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen einem DoS-Angriff und Deinem Artikel in der Flaschenpost. Das wird eher Zufall gewesen sein.

  11. Zunächst, meine Hochachtung dafür, wie differenziert zu die Idioten von den „guten“ Trends. Diese Geduld ist mir bereits abhanden gekommen, weshalb ich nicht mehr Mitglied der Piraten bin.
    Das Verhalten jedes einzelnen Pöblers kann mit nichts gerechtfertigt werden außer abgrundtiefer Dummheit und sozialen Intelligenzdefiziten. Was ich bedaure ist, dass der Zusammenhalt offensichtlich bei den tumben Pöblern höher ist, als bei den vernünftigen Bloggern. Es sollte eigentlich schon längst eine Welle der Empörung durchs Netz laufen. Denn diese Schwachmaten an der Tastatur ruinieren den Ruf all jener, die das Internet als Werkzeug für die Möglichkeit eines echten Wandels in der Gesellschaft sehen.

    Sei dir gewiss, es gibt eine, leider viel zu oft schweigende Mehrheit, die hinter dir und deinem Recht auf eine eigene Meinung UND auf einen Umgang der anderen mit dir, der dich nicht verletzt oder herbwertet steht. Und an die tumben Trottel. Schon eure Äußerungen verraten mehr über euch, als euch lieb sein kann.

    Uwe

  12. Hallo Julia!

    ich gehe mit Deiner Ansicht zum Datenschutz nicht konform. Das ist für mich aber absolut kein Grund, daß ein solcher Shitstorm gegen Dich entfacht wird. Und wenn das Piraten sind, die so etwas schreiben/machen/ankündigen – dann kann ich es um so weniger verstehen.

    Insofern bewundere ich, daß Du trotz allem immer noch bei uns bist.

    Weiter so! Laß Dich nicht durch ein paar Spacken/Idioten von Deinem Weg abbringen.

  13. Hallo Julia,

    ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll… Ich selbst stehe nicht vollständig hinter allen Ideen der Spackeria (zumindest insoweit ich das bei dem Maße, mit dem ich mich mit ihnen beschäftigt habe, sagen kann). Aber ich halte deine Beiträge zum Thema Datenschutz für ABSOLUT NOTWENDIG in dieser Diskussion. Vertreter des Chaos Computer Clubs habe ndie Entwicklungen der letzten 20 Jahre verschlafen und stecken in den 80’er Jahren fest. Dennoch fand ich das Problem der Informationsmacht der Monopolisten seitens der Spackeria nicht deutlich genug herausgestellt – diese rechtfertigt meiner Meinung nach sehr wohl eine gewisse Regulierung… Aber das alles hat weniger etwas mit Datenschutz zu tun. Eigentlich wollte ich hier auch gar nicht auf die Politik hinaus, sondern auf das „Massenstalking“.

    Ich selbst bin mit meinem Engagement bezüglich LiquidFeedback bei der Piratenpartei auf einen ähnlichen Shitstorm gestoßen. Damals habe ich sogar darüber nachgedacht, ob es schon in Richtung „Cyberstalking“ geht. Ganz soweit ging es in meinem Falle wohl noch nicht, aber es gab schon gewisse Tendenzen. Ich ertrug es irgendwann nicht mehr und beschloss, mich aus dem Internet mit meiner Identität de-facto zurückzuziehen: Twitteracount löschen, Piratenarbeit einstellen und einfach mal wieder nur für mich sein… Die Zeit mit Dingen verbringen, die mir Spaß machen und die Welt keinen Schritt weiter bringen. Es hat mir gut getan und ich brauchte diese Zeit um mich wieder zu sammeln.

    Trotzdem: Verstecken ist keine Lösung und das werde ich auch nicht mehr tun. Es ist absolut angemessen sich im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu wehren.

    Ich danke dir für diesen emotionalen Beitrag und möchte hiermit meine Anerkennung für dich und deine Aktivitäten ausdrücken!

  14. Ich würde dir ja Anteil zukommen lassen, aber erstens gibt es „schrub“ nicht und zweitens hast du selbst auf zigtausend Zeilen es nicht geschafft, deine Botschaft klar zu formulieren.
    Du hast also klasse Aussichten auf ein Politiker-Amt. Meine Stimme bekommst du trotzdem nicht.

    Und so ganz nebenbei, entweder man ist sich über die Konsequenzen seines Handelns im Klaren und kennt die Dicke der eigenen Haut oder man sollte die Finger von der Öffentlichkeit lassen.

  15. Ich bin sehr froh, dass du bleibst.
    Ich kenne dich nicht sonderlich, aber du scheinst ein wichtiger Gegenpol gegen die ganzen verbitterten (und) konservativen Kerle unter den Piraten zu sein.
    Oft verlassen Leute die Piraten, weil sie den unreifen Hühnerstall nicht mehr aushalten und das ist schon sehr bedauerlich.
    Die Partei ist noch sehr jung und kann sich noch in alle möglichen Richtungen umformen. Wenn zu viele Mitglieder austreten, weil sie die Asozialen unter uns nicht aushalten, sind wir bald tatsächlich eine Asozialen-Partei. Und es ist auch nicht außer acht zu lassen, dass junge Parteien gerade deswegen auch immer von anderen Parteien unterwandert werden, um Einfluss auszuüben oder eben Schaden anzurichten.

    Transparenz ist tatsächlich eine gute Waffe dagegen. Retweete Beleidigungen gegen dich und mach Screenshots von privaten Beleidigungen gegen deine Person. Vertraue darauf, dass der Großteil von uns noch bei Verstand ist und den Individuen mal ordentlich den Kopf wäscht.

  16. Ich habe noch eine wichtige Ergänzung zu meinem vorherigen Beitrag zu machen:

    Ich bitte darum in dieser Angelegenheit KEINE verallgemeinerten Aussagen zu Gruppen zu tätigen. So ging der DOS-Angriff von einer Einzelperson oder einer kleinen Gruppe von Personen aus und keinesfalls von „den Gegnern der Spackeria“. Ebenso sind die Angriffe gegen Julia nicht „den Piraten“ sondern den jeweiligen tatsächlich verantwortlichen Personen zuzuschreiben.

    Bitte achtet in dieser Debatte darauf. Danke.

  17. Falls Du Lust und Zeit hast, heute trifft sich die AG soziale Kompetenz um 20 Uhr im Mumble im Dicken Engel. Es ist wirklich unterirdisch wie Piraten teilweise mite9inander umgehen. Das fremdschämen artet schon in Schämen aus, weil man ist ja selber Pirat. Und man kann und darf nicht immer nur sagen, dass sind nur paar verrückte Typen. Es sind leider sehr viele Piraten die extreme Defizite im Umgang miteinander haben. Wir als AG versuchen da etwas Hilfe rein zubringen. Aber es müssen eigentlich sehr, sehr viele Piraten in diese AG kommen, um auch zu merken, wo der Umgangston überall entgleist und dass hinter Nicks ganz normal empfindende Menschen stehen. Wer jemand einem Piraten ins Gesicht spuckt (was total unglaublich ist) wird eine OM verhängt.aber mit Worten darf man bei den Piraten verletzen und mobben bis es mal wirklich zum Schlimmsten kommt. Denn nicht jeder der vielleicht eine etwas andere Meinung hat als die Mehrzahl der anderen Piraten muss deswegen ein dickeres Fell haben. Darf man bei den Piraten aus Angst vor Mobbing seine Meinung nicht mehr sagen?

  18. Ich teile deine Meinung was den Datenschutz angeht nicht bzw. was darüber veröffentlicht wurde, allerdings ist es deine freie Meinung.
    Auch ich kenne es mit meiner Meinung anzuecken, für mich ist das kein Grund meine Meinung zu ändern. Dazu bedarf es schon guter Argumente.
    Aber austreten, weil man aneckt wäre für mich zu sehr wie Rückzug. Also lass dich nicht fertigmachen von Menschen die nur ihre eigene Meinungs“freiheit“ gelten lassen.

  19. bevor ich inhaltlich was zum Thema sage, erstmal rein formal – könntest Du Deinen Text noch etwas polieren? Sätze wie „ich schrub meinen Beitrag“ müssten echt nochmal kurz geschrubbt werden.

    (warum sich im Übrigen gerade taz-Publikum weniger mit Datenschutz beschäftigen soll als der gemeine Twitterer, wird mir allerdings schon mal nicht wirklich ersichtlich…)

    aber zu: „… Für mich ist das indirekt ein Aufruf zur Vergewaltigung…“ – weiß ich nicht, ob ich das bei einer solchen Wortwahl wie der geschilderten noch als „indirekt“ bezeichnen würde.

  20. Hallo Julia,

    bei mir huschte grad ein Tweet mit „Solidarität“ und dem Link hierher vorbei und aus Neugier klickte ich mal. Ich hab keinerlei Ahnung von den beschriebenen Hintergründen. Auch wenn ich die erwähnten Artikel bestimmt ergoogeln könnte wäre es praktisch, wenn du sie verlinkst.

    Ansonsten… ich sympathisiere mit einigen deiner Ansichten. Dass man die in der CDU nicht laut äußert kann, war mir klar. Dass auch die Piraten damit nicht klar kommen… finde ich bedauerlich. Dachte freiheitliches und aufklärerisches Denken wäre inoffizielles Programm bei denen.

    Wie auch immer, wo ich mich jetzt sogar bis zu deinem Lebenslauf durchgeklickt hab, wollte Dir nur kurz mein Mitgefühl ausdrücken.
    Alles Gute 🙂

  21. Liebe Julia,

    Vor 26 Tagen schrieb ich dieses hier:

    http://direkteaktion.blog.de/2011/07/11/fertigmachen-kentern-11466631/

    und es scheint, als wenn es noch übertroffen wurde. Ich hoffe du wirst trotzdem in dieser Partei bleiben, denn es ist nur eine laute Minderheit , die da krakelt.

    Wenn ich dich irgendwie unterstützen kann, dann sag Bescheid!

    Und falls du es eines Tages nicht mehr aushältst, vielleicht können wir dich im Direkte Aktion-Team willkommen heißen! Würde uns sehr freuen.

    Das vielelicht als Trost:
    „Der Pfad der Gerechten ist auf beiden Seiten gesäumt mit Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. Gesegnet sei der, der im Namen der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet. Denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder. Und da steht weiter ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe.’“

    😉

  22. Ich antworte mal so, wie es mir beim lesen durch den Kopf geschossen ist.
    Diejenigen die ihre geistigen Müll auf Twitter, Aktiven-Liste oder sonstigen Nerd-Mdien verbreiten, stelle ich mir immer so vor. Lange, zottlige ungewaschene Haare, die Wörter Frischluft und Wasser kennen sie nur aus der Werbung und die soziale Kompetenz liegt auf dem Einstiegerniveau von Counterstrike.
    Auch wenn es schwer fallen sollte links rein und rechts wieder raus. Real würde es sich wohl keiner trauen dir das in Gesicht zu sagen.
    Und weil du im letzten Absatz die Stalinisten ansprichst, das waren die Altkommunisten die zu Zeiten der beiden deutschen Staaten mit ihrem fetten Arsch im bequemen, westdeutschen Wohnzimmersessel saßen und den DDR-Bürgern (auch mir) etwas zum Thema gelebter Sozialismus erzählten. Und auch da das selbe machen, links rein rechts raus, lächeln und sich denken…….leck mich 😉

  23. Guten Tag,
    taktisch ist es natürlich nicht geschickt, „zurückzubeleidigen“. Ich habe aber Verständnis dafür. Im ersten Moment, wenn ich „KZ-Wärter“, „besinnungsloser Lemming“, „Erleuchteter“ genannt werde, ist mir wirklich auch oft danach. (Legende zu den drei Sachen btw.: mein Arbeitsplatz (Jobcenter), mein Pazifismus, mein Eintreten für die VR / Second Life.)
    Ich denke ab einem gewissen Punkt gibt es keine Piraten und Nicht-Piraten mehr. Da gibt es nur noch Menschen die sich anständig verhalten- und eben Stalker, Beleidiger, Belästiger und eben Menschen die man anzeigen sollte. Das solltest Du auch tun, IMHO. Wehre Dich mit allen legalen Mitteln, heftig aber taktisch klug. Viel Erfolg!
    Burkhard Tomm-Bub, M.A
    aka
    Buk Tom Bloch
    -Freie Bibliothek Pegasus in SL-
    -SoKS- Sozial- kreative SIM-

  24. Kämpf weiter für deine Überzeugungen. Es gibt immer diejenigen, die alles schlechtmachen, mit überzogenen oder gar entwürdigenden mitteln bekämpfen. Ich wünsch dir Kraft. Du wirst sie brauchen. Aber solange es Menschen wie dich gibt, hab ich hoffnung…

  25. Huhu ich kenne dich nicht und auch nicht die anderen betroffenen bzw. die „Gegenpartei“, aber wer sich so verhält, und solche Äußerungen gegen dich kundtut, wie es geschehen ist (ja netterweise im Netz dokumentiert), der oder die sind richtige Arsch*****. Ich bin als Juso (wo man sich ja immer von den Piraten für den Bullshit der SPD bashen und ranten lassen muss) viel gewohnt, so einen Umgangston aber nicht. Bin ja mal gespannt, was vom Vorstand dazu kommt.
    Ich wünsch dir viel Stärke und gute Freunde und hoffe, dass es Konsequenzen für die Pisser und Hater gibt.
    Jonathan

  26. Deine heftige Reaktion auf Dummsprüche wie „die sollte mal gebumst werden“ kann ich verstehen, wenngleich ich bezweifele, dass du mit wilden Wehrdrohungen viel erreichen wirst. Was mich persönlich bei der ganzen Geschichte ebenfalls schockiert, sind die Kommentare zu deinem Flaschenpost-Artikel (http://flaschenpost.piratenpartei.de/2011/08/06/nach-dem-datenschutz/). Ich habe 2009 die Piraten gewählt, aber ich glaube nicht, dass ich das noch mal tun werde. Was anfangs eine ideenreiche, hoffnungsvolle Bewegung aus dem Netz heraus war, scheint mittlerweile nur noch ein Verein aus Panikschiebern zu sein, die sich besser Datenschutzpartei nennen sollten als Piratenpartei.

    Ich habe diesen Riss, der mittlerweile durch die Kontrollverlust-Debatte entstanden ist, eigentlich früh wahrgenommen. Schon 2009, als noch alle friedlich vereint für orange Farbenmeere in den Straßen von Berlin sorgten, fiel mir auf, dass die Forderungen sich an einer bestimmten Stelle widersprachen. Man kann nicht gleichzeitig den Umbau der Gesellschaft nach dem Vorbild der neu entstandenen Netz-Gemeinschaft fordern und gleichzeitig die bürgerliche Person als Datenwesen gegen die Vereinnahmung durch das Netz bzw. dessen großer Daten-Player fordern. Deswegen hielt ich die Kontrollverlustdebatte und das Entstehen der Spackeria für eine notwendige Entwicklung.

    Ich gehe noch weiter und behaupte, da hat sich ein gewaltiger ideologischer Graben aufgetan, und zwar nicht zwischen „Netzgemeinde“ und alten Männern mit Kugelschreibern, sondern mitten in der „Netzgemeinde“. Es ist der Graben zwischen denen, die angstfrei in eine Zukunft zu sehen versuchen, in der persönliche Daten nur noch ansatzweise schütz- und kontrollierbar sein werden, und jenen, die eine solche Zukunft mit allen Mitteln verhindern wollen. Dieser ideologische Graben ist viel zu groß, als dass eine Partei, die ohnehin zu einem Zeitpunkt entstanden ist, da Parteien gerade zum Auslaufmodell wurden, ihn bewältigen könnte. Meine Vermutung geht dahin, dass die heftigen Reaktionen, die du da erntest, einfach deswegen so heftig sind, weil du eigentlich genau deren politisches Feindbild vertrittst. Will sagen: wenn du das im Namen einer Partei geschrieben hättest, die den Piraten total verhasst ist, hätten sie es wahrscheinlich nur milde belächelt. So aber, indem du als Parteimitglied offen behauptest, Datenkontrollverlust sei nicht mehr aufzuhalten, machst du dich zur Verräterin der partei-eigenen Sache. Mag sein, dass du vielleicht noch der Ansicht bist, die Kontrollverlustdebatte könne innerhalb der Piratenpartei offen geführt werden. Wenn ich mir die Kommentare da durchlese, habe ich erhebliche Zweifel daran.

  27. Mitdiskutieren tu‘ ich innerhalb der PP schon lang nicht mehr. Schlicht weils nicht geht. Zu viele können nicht vernünftig diskutieren und zu vielen scheint das darüber hinaus egal zu sein. So bin ich inzwischen relativ passives Mitglied geworden. Und wenn das so bleibt werd‘ ich wohl bald Ex-Mitglied sein. Ich hab nämlich leider echt keinen Schimmer, wie man das ändern könnte. Finde das alles sehr sehr frustierend 🙁

  28. Was auch immer du da für einen Artikel geschrieben hast, im Spiegel interwievd wurdest oder welcher Anlass sonst – die von dir geschilderte Zusammenstellung von Reaktionen ist inakzeptabel.

    Ich selbst twittere nicht und kenne daher nicht mit welcher unmittelbaren Wucht (oder eben nicht) man dort von einem Shitstorm getroffen wird. Doch zumindest wenn es sich eindeutig um einen Piraten (egal welchen Geschlechts) handelt ist das nutzen deiner Informationskanäle für Beleidigungen, Drohungen oder andere Angriffe völlig inakzeptabel. Ja, wehre dich dagegen nach Kräften und mach die Idioten möglichst auch publik – sollte einer oder eine davon in meinem Einflussbereich sein will ich das wissen, denn wer weiß, wer das nächste Opfer wird.

  29. Nicht aufgeben, Kopf hoch! Zwar machen wir Piraten viel Politik übers Netz aber wie du schon schreibst kennst du deinen Landesverband. Und ich vermute mal den tollen Landesverband kennst du aus dem Reallife. Dort gibt es die schönen Erlebnisse, das was einen aufbaut und das was unsere Partei eigentlich ist. Die selbe Erfahrung mache ich tagtäglich hier bei uns in Oldenburg. Politik wird auf der Straße gemacht und ist nicht #iminternetgeboren (da kommt sie vielleicht noch hin). Kontroverse Diskussionen und Ideen sind notwendig. Wie derzeit mit ihnen in der digitalen Welt und in einigen Medien unserer Partei umgegangen wird ist einfach nur traurig. Aber wir kriegen das hin, wenn wir weitermachen und uns nicht unterkriegen lassen. Wo kämen wir denn hin, wenn wir alle einer Meinung wären.

  30. Liebe Julia,

    ich habe die ganze Geschichte nicht verfolgt, ich weiss nur in Ansätzen worum es geht, und selbst wenn Du im bittersten Unrecht gewesen wärst: Ich bin echt erschüttert. Wenn ich Deine Worte lese schäme ich mich nicht nur Mann, sondern auch Mensch zu sein.

    Lass Dich bitte von der Meute nicht tothetzen. Es tut mir leid 🙁

    Daniel

  31. Die Diskussion verfolge ich ja schon einige Zeit. Aber erst als mir am Sonnabend früh der Kaperbrief aus der taz entgegenfiel bin ich seit einiger Zeit der Diskussion wieder gewahr geworden. Und Bingo – mal ein Artikel, der stimmig die Sache darstellt. Danke, Julia. Denken ist anstrengend und ich kann auch (noch?) nicht sagen, dass ich Deine Meinung teile. Und denken muss ich da noch ’ne Weile. Da musste ich dann spontan an Geisslers verkorkstes DLF-Interview mit den Schnellsprechern denken und sah den Shitstorm kommen. Aber dass so tief kommt, hätte ich denn doch nicht gedacht. Max Weber schrieb in »Politik als Beruf«, Politik sei »ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich«. Wer sich dem nicht unterziehen kann oder will, wird auch Politik nicht gestalten können. Wer immer in die Diskussion geht, sollte verstehen, dass alle auf den gleichen Misthaufen sehen – nur eben von verschieden Seiten. Für mich spiegelt sich im zivilen Umgang miteinander wider, inwiefern die Beteiligten Zivilgesellschaft können, verdient haben und vorantreiben. Und damit schließt sich der Kreis zum – im übrigen ausgezeichneten – Wahlkampfvehikel Kaperbrief: Will man ein breites Netz möglicher Positionen aufspannen – und eben auch aushalten – um viele Stimmen zu gewinnen, oder will man nur eine Meinung gelten lassen? BTW – das hatte ich schon mal. Ist aber 1989 grandios gescheitert. Also, danke für den Beitrag!

  32. Ganz ehrlich? Egal ob in einer Partei, einem Stammtisch, oder sonstwo, wo es mal lauter wird: Es wird alles nicht so heiss gegessen wie es gekocht wird. Und wenn gekocht wird, dann natürlich auch auf den Schwachstellen…Frauen wird man geschlechtsspezifisch zu mobben versuchen, Homosexuelle mit ihrer sexuellen Identität und Behinderten mit ihrer Behinderung. Wenns erstmal richtig unsachlich wird, ist so jemandem jedes Mittel recht.

    Ich denke da ist „rechts rein – links raus“ die entspannteste Methode – „take it with a grain of salt“

    Anders gesagt, wenn sich so viele Personen auf einen einschießen, dann kann man sich an seiner besonderen Popularität erfreuen – „viel Feind, viel Ehr“ (doch so mancher kann nicht mehr)

    Aber wo wir gerade von Popularität reden: Vielleicht hilft es auch sich die Frage zu stellen „wie wichtig bin ich wirklich?“ Ganz klar dürfte sein, dass man sich erst einmal selbst der Nächste ist, schließlich lebt man nunmal in diesem Körper.

    Aber sehen wir das ganze doch mal entspannter, lehnen uns zurück und schauen uns selbst mal über die Schulter als wäre man ein Dritter – und man wird feststellen, dass der Slogan aus der After Eight Minztäfelchen-Fernsehwerbung stimmt „some things never change“

    „Ich reagiere auf den Trigger XY genau wie damals als…“

    Früher oder später kann man dann schmunzeln weil man merkt, wie berechenbar man eigentlich gegenüber sich selbst ist: „Wenn jetzt jemand XY sagt….“ *luftanhalt* „werde ich mich gleich genau so verhalten wie ich es dreitausend mal vorher tat – kurios“ – und dann zurücklehnend dabei ob der eigenen Berechenbarkeit fett grinsend, einen Schluck Lieblingslimonada trinken – „cheers!“

  33. Liebe Julia,

    ich kenne dich nicht, habe auch keine Ahnung von der Geschichte, die hier abgelaufen ist. Leider wird aus deinem Eintrag auch nicht ganz klar, was sich zugetragen hat, denn du deutest nur an, welchen Beleidigungen du dich stellen musst.
    Doch ich kann verstehen, wenn dich das verletzt. So etwas kann durchaus nahegehen, auch wenn jeder da anders reagiert.

    Jedoch solltest du dir, wie der Kommentator „Fussball“ es auch empfiehlt, denken, dass es nunmal verdammt viele Idioten auf dieser Welt gibt. Diese zu ignorieren und ihre Meinungen nicht an dich heranzulassen (denn es sind häufig nicht mal Meinungen, sondern nur verbale Auswürfe), wirst du wohl lernen müssen, wenn du weiter aktiv in einer Partei (in diesem Fall: PP) sein möchtest. Es wird in anderen Parteien z.T. kaum anders sein, dass man angefeindet wird. Viele kennen das Prinzip des Pluralismus und des vernünftigen Diskurses einfach nicht oder verstehen es nicht.
    Übrigens muss man auch schon so, auch ohne in einer Partei aktiv zu sein, viele Idioten ertragen. Es ist eine Lebensaufgabe. 😉

    Ich finde es jedoch richtig, dass du dich wehrst. Wehre dich jedoch nicht allzu energisch, denn deine Energie wirst du für anderes, viel sinnvolleres brauchen. Ich wünsche dir alle Kraft dazu.

  34. Moin,

    …habe erst durch diesen ganzen Tohuwabohu von Deinem Artikel erfahren, ihn eben gelesen. Er macht, was er vermutlich soll: nachdenklich.

    Bad news are good news. Bleib dran und drin.

    Andreas

  35. Hi Julia
    Ich zwar TEILWEISE anderer Meinung als du, danke dir aber fuer diesen Artikel (nach-dem-datenschutz) !
    Lass dich nicht vom Bodensatz des Internetz (evtl.bodenlos) runterziehn !

    Ich sags mal mit Coka Cola : Liebe hat mehr treffer als Hass ! http://youtu.be/7YY9jO3qpuI

    Peace
    Banzai

  36. Hallo Julia =)

    Es macht mich glücklich, von deinem Gerechtigkeitssinn zu lesen. Denn den haben viele verkauft. Mach dir keine Sorgen. Die Last auf deinen Schultern wird immer so schwer sein, dass du sie tragen kannst. Wenn du die schlechten Dinge erkennst ist das eine so schöne Sache. Und dass du sie nicht ignorierst ist noch mal mindestens genauso schön. Ich kenne deine Situation, wenn auch wahrscheinlich nicht in solchem Ausmaß. Aber du bist nicht allein.
    Ich wünsche dir alles Gute und lass dich nicht verwirren. Werde nicht eine von ihnen. Sie sind es nicht wert.

    Aleykum selam !

  37. Liebe Julia,
    schlimm, wie ursprünglich inhaltliche Debatten derart heftig, unqualifiziert und bedrohlich abgleiten und sozusagen virtuell übergriffig werden.

    Fühl dich fest gedrückt und unterstützt gegen derartige Angriffe, ganz egal, woher sie kommen – ich erkläre dir hier meine ausdrückliche Solidarität. Gut und richtig, dass du dich wehrst.

    Kopf hoch. Du stehst nicht allein.

  38. Die oll’n Preußen hatten da nen Spruch: Kopf hoch – auch wenn der Hals dreckig ist! 😉
    (Nur gültig mit Zwinker-Smily oder Ironiezeichen!)

    Echt, …da kann’s einem vergehen, bei den Kommentaren in der FP. x@
    Der Dunstkreis der PP hat sich mal wieder von seiner ekligsten Seite gezeigt.

    Ansonsten: What @tarzun said…
    http://tarzun.de/archives/376-Liebe-Piratenpartei,-ich-bin-enttaeuscht!.html

    Ich habe schon einige starke Frauen in Vorgängen verwickelt gesehen, die überspitzt formuliert das Label „Hexenprozess“ verdienen. Das Ermutigende an meiner Beobachtung ist aber, dass sie in der Regel daraus gestärkt hervorgehen: Zuletztlachen als Tugend mit Satisfaktionshintergrund – oder so ähnlich…

    Es gibt kein Theater ohne ein gewisses Maß Maskenspiel – das gilt auch für Polit-Theater. Ich wünsche dir eine sich für dich stimmig anfühlende Kraftmaske mit über 9000! 😉

    Und ob Du die grad aufsetzt oder nicht: Kopf hoch – wird schon wieder – Du kommst da durch!

  39. kopf hoch!

    was willst du erwarten von einer bildungsfern mit den talkshows im privatfernsehen, definitiv zu viel süssigkeiten und einer überdosis computerspielen aufgewachsenen generation erwarten? am ende werden sie netbolschewiken oder islamophobe geiferer, früher ist man dem kroppzeuchs nicht begegnet, heute springt es sich aus jedem dritten posting entgegen. junge männer in dem alter sind heute einfach zu blöd, einen gedanken drei minuten im kopf zu behalten und vor allem können sie das wasser nicht halten, wenn sie plötzlich eine „idee“ haben oder das, was sie dafür halten.

    was soll ich sagen, was nicht ton steine scherben schon gesagt hätten „halt dich an deiner liebe fest!“

  40. Gerade wenn man in der Politik aktiv ist, hat man es leider nicht leicht. Es wird immer Seiten geben, welche die eigene Meinung zerreißen, egal wie gut man diese auch schafft zu formulieren. Und es wird auch immer einen „Pöbel“ geben, der darauf derart rau reagiert.
    Ich sage dir, lass dich von ihnen nicht beirren.

    Schöpfe die Mittel, auch die rechtlichen aus, bei jeglichen Beleidigungen, die ein Strafmaß erfüllen.
    Und lass dich von sowas bitte nicht abschrecken. Es würde dich noch lange verfolgen, wenn du dich vom Gegenwind von der See vertreiben lässt. (Diese Wortspiele sind irgendwie schwer zu unterdrücken)

    An die anderen Piraten.
    Austreten ist sicher immer eine Option. Aber sobald eine Partei wächst, zieht sie auch immer Störenfriede an. Und wenn man ein steigendes Mitbestimmungsrecht in der Politik für die Bevölkerung anstrebt, ist die Piratenpartei die beste Alternative. Was für eine Alternative bleibt dann schon? Ihr könntet euch komplett aus der Politik zurück ziehen und nur noch Wähler sein. Ihr könntet euch eine kleinere Partei suchen oder neu gründen, aber dann würdet ihr irgendwann auch wieder Störenfriede einfangen, die Gegenwind verursachen.

    Es sollte das Ziel sein zu demonstrieren, dass man sich von solchem Gegenwind nicht unterkriegen lässt, damit es auch weiterhin Mitglieder gibt, die Dinge objektiv, kritisch und vor allem ohne Beleidigungen andere sehen und wiedergeben können.

  41. Liebe Julia,
    deine Empörung ist keineswegs übertrieben und ich wünsche dir, dass du zu dieser unseligen Sache Abstand gewinnst und dich von den vielen Beleidigungen nicht anfechten lässt. Denjenigen die dich so unfair behandelt haben, wünsche ich bedenkenlos für drei Wochen Juckreiz im Genitalbereich und Feigwarzen an den Hals. So etwas macht mich echt wütend.

  42. Hallo Julia,

    ich habe deinen Artikel gelesen, und fand ihn sehr gut und tiefsinnig, und auch wenn ich kein Post-Privacy-Fan bin, so zeigt dein Artikel sehr gut die unlösbaren Probleme mit dem derzeitigen Ansatz von Datenschutz auf. Ein Grund für den Hass dieser Arschlöcher liegt vermutlich auch darin, dass du einen Nerv getroffen hast und ihnen eine Wahrheit präsentierst, die sie nicht wahrhaben wollen.

    Ich habe es mir mittlerweile zum Prinzip gemacht, auf Beleidigungen und persönliche Angriffe in der Regel nicht zu reagieren, um den Leuten nicht die Genugtuung einer Reaktion zu geben, aber ich glaube, niemand hat so ein dickes Fell, dass ihn das nicht mitnimmt, und durch solche Leute hat mein überwiegend positives Menschenbild schon einige Beulen erhalten.

    Ich tröste mich aber damit, dass diese Leute sich und ihre Position komplett diskreditieren und ich mir die Mühe sparen kann, mich politisch mit ihnen auseinanderzusetzen, da sie sich mit solchen Aktionen politisch selbst erledigen.

    Zum anderen rede ich mir ein, dass mich solche Angriffe auch irgendwie darauf vorbereiten, was so in der Politik alles passieren kann, wenn man sich exponiert, und man kann verschiedene Wege ausprobieren, wie man damit umgeht.

    Ausserdem spornen mich diese Leute an, ihnen auf gar keinen Fall das Feld zu überlassen, und das Schlimmste, was man diesen Leuten antun kann, ist konstruktiv weiter zu arbeiten und seinen Weg möglichst unbeirrt fortzusetzen, auch wenn es nach solchen Angriffen eine zeitlang Überwindung kosten kann, sich unbefangen zu äussern.

    Ich bin jedenfalls froh darüber, weiter mit dir in einer Partei zu sein und freue mich auf deinen nächsten Artikel.

    Liebe Grüsse

    Pavel

  43. Liebe Julia,
    wie du so gut sagst man ist es gewohnt, dass solche widerwärtigen Dinge im Netz einem anderen Menschen an den Kopf geknallt werden, und trotzdem kann und sollte man sich wohl auch nicht daran gewöhnen.
    Es bedrückt und beschämt mich anscheinend mit Menschen, die dich so beleidigen, in einer Partei zu sein. Ich hoffe das die Welle der Solidarität die meiner Wahrnehmung nach gerade durch Twitter läuft, dir irgendwie hilft.

    Abschließend ein Zitat das, ich glaube es war die AG Schnittchen twitterte:
    „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ – Voltaire
    in diesem Sinne sollte man auch den Anderen achten und ihn nicht mit Beleidigungen angreifen.

    liebe Grüße Alex

  44. Das dogmatische Bekenntnis einer Partei zur Meinungsfreiheit reicht nicht aus. Denn das ist ein politisches Bekenntnis. Die Herausforderung und Kür liegt darin, wie eine Partei intern mit verschiedenen Meinungen umgeht. Dazu zählt auch, Prozeduren der Kritik wie der Mißbilligung, der Verbesserung, der gegenseitigen Hilfe und Ergänzung von Perspektiven idealerweise zu leisten. Sowas fällt außerordentlich schwer heute, wie z.B. die FDP einfach Plagiate nicht offiziell mißbilligt trotz gehäufter Vorkommnisse. Stattdessen gibt es sowas wie eine freischwebende Mediengerichtsbarkeit. Oder eine „Forumsgerichtsbarkeit“. Gehäufte oder sich anhäufende Vorkommnisse bedürfen einer Reaktion.

    Der Ton der Kritik ist ungeheuerlich. Einige können sich wohl nicht vorstellen oder fühlen, was es bedeutet, eine geschlechtsspezifische Bedrohung zu erfahren. Sexuelle Gewalt zielt im besonderen auf Demütigung und Zerstörung der körperlichen wie seelischen Integrität. Vergewaltigung macht aus Genitalien Waffen. Folter an männlichen Geschlechtsteilen würde sofort Abscheu erregen. Wir leben heute in anderen Verhältnisse an früher. Da können gewalttätige Überschreitungen nicht als unvermeidbar hingenommen werden. Männer, die ihre Angst vor Frauen und Weiblichkeit in Gewaltphantasien ausarten lassen, sind ein Problem für den allgemeinen Frieden. Der traditionelle Kampf des Feminismus für Frauenrechte hiflt nur insoweit, als rationalisierte, zu Gedankengut gewordene Formen, diese Unsitten stützen. Man kann leider vom Feminismus nicht erwarten, die eigenen Forderungen mit Darlegungen der Verletzlichkeit der Frau zu unterstreichen. Gleichwohl besteht diese. Es fordert auch niemand ein Sexverbot oder Sexgebot für Männer, damit diese z.B. ihre Balzgebahren oder ihren Alkoholkonsum ändern. Es ist auch keine Vorbedingung für Mitarbeit in einer Partei, Freund oder Freundin zu haben, sonstige Bedingungen dererart zu erfüllen oder Nachweise über seinen Lebenswandel zu erbringen. Sowas passt eher zu Sekten.

    Geschlechtsspezifische Aspekte und Dynamiken wie auch sexualökonomische Faktoren mögen im Politischen ihre Rolle spielen. Das ist jedoch mehr ein Unterpunkt, wie bestimmte Typen generell mit Menschen können, mit anderne oder wie das Gruppenverhalten ist.

    Eine Partei, die Frauen nicht gut behandelt, hat keine allzugroße Zukunft. Die Freude an Grobheit mögen Männer untereinander teilen.

    Es kann sein, dass einige Julia Schramm furchtbar anstrengend finden. Unsere Gesellschaft beruht darauf, dass jeder auch seine eigenen Fehler, auch politisch machen darf. Die Maßregelung abweichender Positionen kann nicht jederzeit privat auf eigene Rechnung als Selbstjustiz erfolgen, sondern es ist Aufgabe derer, die Ämter und Verantwortung übertragen bekommen. Ohne abweichende Standpunkte ist Beratschlagen, Innovation und Kreativität nicht möglich. Irgendein Ethos des Umgangs miteiannder ist in jedem Fall nötig.

    Ein Grundrecht auf sowas wie „verbale Züchtigung“, die jeder selbst ausüben darf, gibt es nicht. Jeder darf Ablehnung oder Zustimmung signalisieren. Angriffe auf Personen wegen Texten, Angriffe auf Personen, die nicht mehr Verhalten, sondern die Person an sich in ihrer Existenzberechtigung verbieten sich. Hier kann die (politische) oder sonstwie Rolle, die jemand spielt, kritisiert werden. Insgesamt besteht ein weit verbreitetes Defizit an Wissen, wie man auf gute Weise scharfe oder auch vernichtende Kritik übt, die gleichwohl angemessen ist.

    Es steht jedem parteiinternen Kritiker von Julia Schramm frei, ein Parteiordnungsverfahren oder ein funktionales Äquivalent zu fordern. Wer in diese Partei eingetreten ist, akzeptiert damit auch die vorgegebenen Spielregeln.

    Kampf beginnt da, wenn der andere geschädigt wird. Die Drohung zur Schädigung kommt dem gleich. Wer lockere Sprüche raushaut, übersieht, welche Schmerzen er dabei ausblendet, wenn er locker flockig Zustandsänderungen einfordert.

    Wer nicht bereit ist, auch als furchbtar anstrengend oder sonstwie äußerst mißliebig empfundene Personen auszuhalten, hat noch gar nicht verstanden, was politische Arbeit und Parteimitgliedschaft bedeutet.

    Es geht hier auch nicht nur um Julia Schramm und ihre konkrete Bedrohung. Passiert sowas in einer herkömmlichen Parteigliederung vor Ort, dringt wenig davon nach außen. Werden Frauen im Internet – sei es in Foren, Blogs oder auch Chats – bedroht oder herabgesetzt, ist das selten ein allgemeines Thema.

    „Sexuelle Belästigung gibt es auch im digitalen Raum …“ (Zitat) – Meinigen einige hier, Feministinnen zerstöre ihre eigene Freude am Geschlechtsleben und zerstöre ihren Spaß am edelmütigen Einsatz für grenzenlosen Datenschutz?

    Auf der Metaebene die erfolge Kommunikation und das Geschehen selbst zu thematisieren, steht jedem frei. Da die Umgangssitten sich nicht auf ein Spitzenniveau zubewegen, sondern wir eine schmerzvolle Lernphase durchmachen, ist dies sichtbar nötig. Am Dialog miteinander, am Niveau des Verständnisses für die Aussagen des Gegenübers, an der Kunst auf die gelungene Bezugnahme, an der Zusammenfassung des Standpunktes anderer und der Zusammfassung der eigenen Position, hängt unsere ganze öffentliche Kommunikation.

    Anstand bisweilen ätzende Kritik über Julia Schramm auszugießen, sollten sich einige lieber freuen. Pluralität bedeutet immer Konfrontation mit Personen, die anders oder fremd sind. Die frühzeitige Sektenbildung in kleine geschlossene Gruppen habt bisher jede politische Strömung erledigen können.

  45. Manchmal schäme ich mich, Onliner und Pirat zu sein.

    Glücklicherweise habe ich dann aber auch das Gefühl, dass die „Hater“ und „Trolle“ stark in der Minderheit sind. Leider sind es immer genau diese, denen am meisten Beachtung geschenkt wird.

    Die Kommentare hier zeigen aber, dass es auch die andere Seite gibt. Vielleicht müssen wir uns mal etwas anstrengen, damit die Idioten den Spaß verlieren.

  46. Liebe Julia,
    ich denke, dass ich es nachvollziehen und war emotional auch schon am selben Gedanken, aber dann gab es >= 2 Gründe es nicht zu tun:
    Der erste Grund bist Du, als ich bei einer Diskussion (im Netz) verfolgt habe, mit welcher Geduld und Akribie Du Argumente für eine Meinung vorgebracht hast, die eben nicht mainstream waren. (während ich schon auf halber Strecke aufgegeben hätte)
    Der zweite Grund war DANN die Alternativen zu bedenken: „Vertritt Dich selbst, sonst wirst Du vertreten“ war der „Schlachtruf“ den ich in meiner Zeit in der Jugendpolitik mitgeführt habe, heißt: Die am wenigsten schlechte Partei ist immer noch besser als keine Partei; und: haben wir eine noch weniger schlechte Partei?
    Ein dritter Grund ist mir spontan beim Schreiben eingefallen: Gibt es eigentlich eine größere Bestätigung, dass man richtig liegt, wenn dem/den Kontrahenten nur noch Beleidigungen und Bedrohungen einfallen?
    Egal wie Du Dich entscheidest: Alles Liebe und Gute, vor allem ein möglichst baldiges „Verdauen“
    Charly

  47. Hallo Julia,

    vieles ist schon geschrieben worden, daher kurz:
    Ich finde es echt toll, dass du den Mut gefunden hast, diese offene und ehrliche Reaktion hier zu veröffentlichen. Wenn sich die Leute ihre Gedanken zu dem Vorfall machen, was ja aufgrund der vielen Kommentare hier offensichtlich der Fall ist, dann hast du einiges erreicht.
    Für die Zukunft alles Gute, lass dich nicht unterkriegen.

    Schön, dass du uns auch weiterhin als manchmal „unbequemes“ Mitglied erhalten bleibst 😉

    Alles Gute
    Andreas

  48. Liebe Julia,

    Leute wie dich brauchen wir bei den Piraten. Bin selber etwas unaktiv geworden wegen den ganzen Shitstroms undso. Du bist eine der wenigen Personen die wirklich immer wieder thematische Debatten anstoßen und das ist toll.

    Aber mal ehrlich, du bist nicht auf die Piraten angewiesen, also lass dich nicht von ihnen unterbringen 🙂

    Grüße aus Franken!

  49. Julia, es tut mir leid.
    Ich möchte mich hier fremdschämenderweise für die rückgratlosen Idioten, die nicht den Anstand haben für ihre Handlungen selbsttätig die Austrittserklärung aus der Piratenpartei zu schreiben.

    Egal welcher Ansicht man im Bezug auf Datenschutz oder deinen Artikel ist, hier wurden Grenzen soweit überschritten, dass man sie nicht mal mehr aus der Ferne sehen kann.

    Kopf hoch und bitte tritt nicht aus. Austreten müssen jene, die nicht Willens sind sich ein sozialverträgliches Verhalten zuzulegen.

  50. Nerven behalten, Julia, wenngleich ich deinen Zorn sehr verstehen kann. Ein dickes Fell braucht man in der Politik, leider. Und Intelligenz bleibt eben doch ein Privileg. Kopf hoch, Augen geradeaus, weitermachen. Glaube, du hast neben vielen Kritikern auch eine gute Portion Rückhalt – zehre davon.

  51. Normalerweise lese ich Kommentare zu (Blog-)Beiträgen nur sehr kursorisch. Hier bin ich angetan von vielen der Beiträge. Was ich nicht verstehen kann, ist dass jemand, der ein paar Jahre jünger ist als ich, sich in Gebaren und Positionen verhält als wäre er mein Großvater! (Gemeint ist das Nicht-Mitglied der Piratenpartei, das aber anscheinend immer noch von zu vielen Leuten als meinungsbildend angesehen wird. Vielleicht sollte sich Sven Krohlas mal Jörg Tauss und seine Entgleisungen vornehmen.

  52. Fast hätte ich es vergessen: Sven Krohlas darf sich auch gern der Stellungnahme eines aus BaWü stammenden BuVo-Mitglieds auf der Flaschenpost-Seite annehmen.

  53. „Don’t let the bastards grind you down.“
    Wem die Argumente ausgehen, der versucht die andere Meinung eben anders mundtot zu machen.

  54. Wie soll ich es sagen? Ich finde es sehr erleichternd dass Du die Mechanismen (jung, weiblich, hübsch = viel Unterstützung) so offen nennst. Das trauen sich kaum Frauen, schliesslich ist das eine Form der Diskriminierung die sich positiv auf die eigene (Polit-) Karriere auswirkt. Zumindest bis man die eigene Meinung sagt.

    Was Du erlebt hast ist armselig, lass‘ Dich nicht unterkriegen. Und lass‘ die Sache nicht unter den Tisch fallen!

  55. Es gibt nunmal Idioten. Überall. Man wird sie nie ganz los werden. Und sie werden auch nie aufhören Mist zu verbreiten.
    Sie werden in keine Parteiämter gewählt werden oder sonstwie Einfluss haben, wenn man erstmal weiß, dass sie Idioten sind. Aber verstummen werden sie nie.
    Das ist überall so und wird sich nie ändern.
    Sobald man in der Öffentlichkeit steht, hat man vermehrt mit diesen Idioten zu tun, die einen persönlich angreifen. Alles, was man tun kann, ist diesen Mist zu ignorieren.
    Das ist bei den Piraten nicht anders als überall sonst. Ein (sehr aktiver) Idiot reicht aus, vielen Leuten das Leben schwer zu machen. Da hilft einfach nur ignorieren.
    Oder es wie die Titanic, Richard Dawkins oder Henryk M. Broder zu machen und den Mist dem Publikum zur Erheiterung anzubieten:
    https://www.titanic-magazin.de/shop/index.php?action=showdetails&from=list&pageNr=1&productId=3f6f145548938&amp;
    http://www.youtube.com/watch?v=-ZuowNcuGsc
    http://www.henryk-broder.de/das_meint_der_leser/

  56. Auch von einem Nichtpiraten: Solidarische Grüße und viel Energie!
    Und es ist unglaublich, auch unter solch einem Text hämische Kommentare zu finden. 🙁

  57. Hey,

    ich glaube wir sollten uns mal unterhalten, ein paar thesen finde ich recht interessant bzw. teile ich. würde nur gerne wissen woran das festmachst. mal schauen wann wir uns das nächste mal begegnen 😀

  58. Hi,

    Ich kenne den genauen sachverhalt nicht, aber einen derart krassen umgang darf es keinesfalls geben. Lass dich nicht unterkriegen von den spinnern. Ich glaube behaupten zu können, dass die überwiegende mehrheit da voll hinter dir stehr, trotz aller eventuellen thematischen differenzen!

    Ich werde heute abend anregen, dass unser stammtisch stuttgart heute abend geschlossen solches verhalten ächtet.

    Ciao,
    Martin

  59. Ich schaue mir das Gebaren dieser Partei bzw. einiger ihrer Mitglieder im Zusammenhang mit der Spackeria nun schon eine ganze Weile an.
    Alles was mir dazu einfällt ist: „Sagt mal geht’s noch?!“ Das Affentheater ist ja noch schlimmer als das was man nachmittags zum Konsum von privaten Fernsehsendern vorgesetzt bekommt.
    Die Piratenpartei hätte ich im Winter vielleicht noch gewählt – mit diesem Hilferuf ist erstmal Schluss mit potentiell wählbar. Wenn mich Leute vor Wahltagen auf die Piraten ansprechen, dann erzähle ich diese Geschichten…. (Ja, ich weiß, dass es unfair ist das auf die ganze Partei zu übertragen. Aber so ist das Leben!)
    An Julias Stelle hätte ich dem Haufen längst den Rücken gekehrt LV hin oder her. Am Ende wirst du dich dennoch mit den Chaoten auf den höheren Ebenen zerreiben. Ich sage nimm deine Spackeria (ja, ich sehe sie mehrheitlich durch dich verkörpert) und mach dein eigenes Ding. Gehe aggressiv in die Öffentlichkeit und lass das Ex-Parteimitglied schön raushängen. Und wenn sie fragen warum….
    Du hast den Bekanntheitsgrad und ein Thema das ordentlich zieht. Lass dich einladen in Radio und Fernsehen, auf Podiumsdiskussionen und Demonstrationen. Politik kann man auch ohne Partei machen. Es geht um Meinungen und Kommunikation. Und beides sind deine Stärken!

  60. ich finde diesen Tonfall zwar nicht gut, aber man muss schon sagen wer so stark polarisiert und alles dafür tut mit seiner Kontroversen Meinung im Rampenlicht zu stehn, der muss auch damit leben können ab und zu hart trolliert zu werden.

  61. das hat nix mit „selbst schuld“ zu tun. Du hast deine Meinung, es gibt Leute die diese gut finden, und Leute die es nicht tun.

  62. Es gibt Leute, die das sagen dass sie eine Meinung eines anderen gut oder nicht gut finden und Leute, die ausfallend und beleidigend gegenüber einer Person werden, sobald dieser jemand eine andere Meinung hat als sie. Mit letzterem „muss“ niemand leben. Man kann auch mit etwas nicht einverstanden sein, ohne den, der diese Meinung vertritt, blöd anzumachen. Wer das nicht kann hat ein Problem. Und zwar ein ersnsthaftes.

  63. @ sven: wer ausfallend und beleidigend wird muss ja auch mit den Konsequenzen leben wenn er deswegen dann z.B. angezeigt wird. Vielleicht hab ich das auch etwas falsch ausgedrückt, natürlich sind solche Anfeindungen keinesfalls tolerierbar, aber es gibt eben Menschen die sind entsprechend Primitiv gestrickt und reagieren dann so wie geschehen. Ich meinte jetzt keinesfalls, dass man sich diese Beleidigung gefallen lassen muss, aber wenn man mit einem Thema so öffentlich polarisiert, dann sollte man sich schon darüber im klaren sein dass irgendwann der Mob auftaucht. Und mit dieser harten Realität dass es nun mal unter milliarden Menschen auch Arschlöcher gibt muss man sehr wohl leben.

  64. Offizieller Teil dieses Kommentars:

    Der Bundesvorstand der Piratenpartei ist angepisst von dem Verhalten, das einige Kritiker von Julia an den Tag legen. Auch wenn man nicht einer Meinung ist, sind sachliche Diskurse und mehrheitliche Meinungen zu schützen, und dafür werden wir uns auch einsetzen. Hier findet sich ein Statement zu den aktuellen Geschehnissen: http://vorstand.piratenpartei.de/2011/08/08/personliche-beleidigungen-drohungen-und-angriffe/

    Persönlicher Teil dieses Kommentars:

    Liebe Julia,
    ich finde es bewundernswert, mit wie vielen Hürden du es aufnimmst, um etwas zu sagen, woran du glaubst. Ich habe selbst gesehen, was du durchgemacht hast, als du in deinem Blog noch darüber geschwiegen hast, als wir deine / eure Thesen noch in deiner Küche diskutiert haben. Ob Partei oder nicht. Das ist nicht tragbar.
    Du hast ein wunderbares Talent – du machst durch deine Art auf Missstände aufmerksam und bringst genau die richtigen Themen zur Geltung. Obwohl du ihm kritisch gegenüber stehst, hast du dem Datenschutz zu breiter Diskussion verholfen. Durch die maßgeblich durch dich mit angeregte Debatte ist er beinahe zu einer kontroversen Position geworden, die plötzlich alle vertreten wollten.
    Jetzt hast du ein ganz anderes Problem angestoßen, obwohl du das vermutlich nicht wolltest. Spätestens jetzt ist bei einigen die Sicherung durchgebrannt, was die Toleranz dieser Beleidigungen gegen einander angeht. Weil du gezeigt hast, wie sich deren Opfer wirklich fühlen. Ich hoffe so sehr, dass das schließlich der Stein des Anstoßes ist, damit einige Beleidiger sich ihr Vorgehen vielleicht überlegen, besonders aber Beobachter solch ein Verhalten nicht länger dulden werden, gegen niemanden.
    Insofern kann ich dir nur danken. Danke, dass du nicht austrittst. Danke, dass du zu deiner Meinung stehst. Danke, dass du post-privacy mit deinen Gefühlen umgegangen bist.

  65. Hallo Julia,
    ich werde meine Meinung in drei Blöcken kundtun.

    1. Die Diskussion
    Das Thema ist hot, um es mal neudeutsch auszudrücken. Inhaltlich möchte ich mich dazu nicht äußern. Eins ist allerdings klar: beide Seite haben bewiesen noch nicht reif genug für diese Diskussion zu sein. Wer so emotional diskutiert, kann nur verlieren. Und leider werden wir alle dadurch auch das Ergebnis der Diskussion verlieren. Es geht hier wahrscheinlich um eine der wichtigsten Diskussionen seit Entstehung des Internet, und das macht das Ganze so tragisch. Ich möchte daher beide Seiten bitten, wieder auf der Sachebene zu diskutieren.

    2. Die Reaktion mancher Kritiker
    Na ja, dazu bleibt nicht viel zu sagen. Ich habe es bei meinem letzten Shitstorm mit der Ruhe gehalten. Einfach die emotional Erregten sich abreagieren lassen und anschließend versuchen die Sache wieder mit Vernunft zu regeln. Falls jemand Grenzen überschreitet (Aufruf zu einer Straftat) muss (!!!) man ihn mit den Mitteln des Rechtsstaates zurecht rücken.

    3. Deine Reaktion
    Deine Reaktion ist völlig kontraproduktiv und verschafft dir allerhöchsten kurzzeitig Aufmerksamkeit und ein bisschen Bauchpinselei. Die Kritiker werden sich freuen, weil der persönliche Angriff ja das war, was sie wollten und du mit diesen Zeilen hier beweist, dass sie gewonnen haben. Das ist wie mit dem Terror gegen die „westliche Welt“. Das was die Terroristen erreichen wollen, schaffen sie inzwischen ohne, dass sie was machen müssen. Wir demontieren unsere eigene Demokratie und unser freiheitliches Leben.

    Wie ich schon oben geschrieben habe, wird dir nur die nötige Geduld, ein Kreis von Gleichgesinnten und ein guter Anwalt helfen. Ein solche Blogeintrag hingegen nicht.

  66. Seufz. Es spricht natürlich ungemein «für» die geistliche Revolution des Mannes, wenn einige der Deppen heute immer noch eine Frau in ihrem Handeln darüber definieren, ob, wann oder wann mal wieder sie mal «ordentlich rangenommen» werden wurde/sollte. Männer mit der Gehirngröße einer Einzelle können nicht kapieren, dass Frauen ihr Handeln nicht alleine aus einem Trieb heraus steuern. Ich fürchte aber diese Denkweise ist aus dem einen oder anderen Deppenhirn nicht zu eliminieren und wächst nach wie Unkraut.

    Die Piraten haben allerdings langsam ein massives Problem im Image. Ich bin selber keine Piratin, Eurer Arbeit aber sehr zugetan und beobachte sie daher genau. Ich erlebe Frauen, wie Männer, die ungemein sozial kompetent politisch aktiv sind und sehr viel Energie in ihre Arbeit stecken. Dann erlebe ich eben Männer aus diesem Umfeld, die ein Denken an den Tag legen, als hätten wir mal kurz zurück in die Steinzeit geswitcht. Das sind dann Elemente, die die hervorragende Arbeit der anderen wirklich mit den Füßen treten – weil sie ein Image zerstören. Hier in dem Fall der Piraten, ist das fataler, weil Ihr Euer Image erst aufbaut. Diesem Problem muss sich die Spitze langsam mal massiv stellen!

    Und Du: Kopf hoch! Deppen ignorieren und einfach weiter machen. Es wird nicht der letzte Vorfall dieser Art in Deinem Leben sein, wer sich deswegen frustrieren lässt, der überlasst den Anderen die Gewinnerseite. Das tust Du besser nicht! Die Kunst besteht darin aus dem Handeln solcher (ja meist anonym feiger) Individuen Energie zu ziehen.

  67. Auch ich will dir sagen, dass es ein mutiger Schritt ist so offen über seine Gefühle zu sprechen und das du dich nicht von ein paar anonymen Idioten ins Bockshorn jagen solltest. Sachliche Kritik an dir und den deinen Thesen (bzw. dennen der Spackeria) wirst du dich auch in Zukunft stellen müssen, aber davon solltest du dich nicht entmutigen lassen und weiter für deine Überzeugung kämpfen.

    Liebe Grüße,
    Matthias

  68. So indiskutabel die unsachlichen Angriffe Einiger auf die Autorin sind, so perfide ist hier ihr pseudo-infantiler Schreibstil.
    Er bewirkt nichts, außer, dass die notwendige und hart zu führende Sachdebatte über Post-Privacy endgültig auf eine persönliche Ebene gehoben und damit ihrer Vehemenz beraubt wird.

  69. Habe ähnliche Erfahrungen gemacht. War früher aktiver Pirat, auch bei Twitter. Ein bekannter Pirat dort hat mich Massiv attackiert, mich in seinem Blog gedemütigt und bloßgestellt, meine Identität veröffentlicht (und das bei einem Piraten) und ganze Heerscharen sind über mich hergefallen ohne zu wissen warum eigentlich. Der Grund: Wer nicht mindestens Linksradikal ist der ist eben Rechts (normale Leute wie mich gibts ja anscheinend nimmer und die Grünen gefallen mir immer noch nicht – oh weh, geht gleich wieder los-). Leider ist es bei den Piraten so üblich das man bei kleinsten Meinungsabweichungen (in meinem Fall das ich eben eine zu enge Zusammenarbeit mit den Grünen nicht gut finde (ja ja Nazisau)) platt gemacht wird. Pirat bin ich noch, aber never ever ein aktiver!

  70. Ich verstehe nicht, was es an dem besagten Artikel falsch zu verstehen gibt? Um ihn falsch zu verstehen muss man ihn schon sehr schlampig lesen oder einfach falsch verstehen wollen. Als Datenschutzfanatiker finde ich deinen Denkansatz durchaus denkwürdig.

  71. Nicht entmutigen lassen. Irgendwann sind wir die Deppen los, die die Piratenpartei ohne Rücksicht auf Verluste für ihren eigenen Egotrip verwenden und dabei allen mit anderer Meinung im sozialen Vorgarten herumtrampeln und versuchen im Rahmen ihrer vermeintlich allseligmachenden Weltsicht mit Gewalt zu zwangskollektivieren.

    Frei nach Voltaire: Ich bin inhaltlich nicht Deiner Meinung, aber trotzdem ist sie mir wichtig.

    http://bytewurm.de/blog/2011/08/08/wir-sind-borg/

  72. Julia, ich empfehle Dir einen Blick auf http://larsreineke.de/2011/08/08/der-fehler-der-julia-schramm/

    „Es ist schon ein sehr bemühtes Geschwurbel. Und zwar so bemüht und verklausuliert, dass beispielsweise der Kommentator Jörg Tauss, dem ich bisher schon zugetraut habe, auch komplizierte Satzkonstruktionen verstehen zu können, nicht in der Lage ist, daraus einfache und richtige Aussagen zu extrahieren, ohne einen mittelschweren Blutsturz zu erleiden.“

    oder:

    „Der Fehler, den Julia Schramm gemacht hat: Sie hat diesen Artikel geschrieben, wie ihn eine Politikwissenschaftlerin schreiben würde, nicht wie jemand, dem man gerne zuhört.

    Ihre Ausführungen (da ist sie bei der Spackeria übrigens nicht allein) lesen sich teilweise stilistisch, als hätte sie sich die Nacht davor sämtliche Pamphlete von Ulrike Meinhof in der Hörspiellangfassung reingezogen. Und dabei ist dieser Artikel noch relativ simpel gehalten.“

    Ansonsten: Persönliche Angriffe sind für mich inakzeptabel, auch wenn ich mit Dir selten übereinstimme und ich mit Deiner Art und Deinem Auftreten Probleme habe.

    Michael

    P.S.: Dies ist der dritte Versuch, in Deinem Blog einen Kommentar abzugeben – die anderen beiden wurden bislang nicht veröffentlicht.

  73. Es sind vermutlich Texte wie der folgende die du missverstehst.
    Und so bist du zu der Annahme gelangt jemand würde dich beleidigen.
    Obgleich er nur das Heucheln was du so verachtest unterließ.

    Du bist nicht alein :).
    Auch ich „eckte“ schon häufig „an“ bereits in der Kindheit.
    Aber ich bin nicht wie du hoffe ich.
    Davon abgesehen bist du nicht alein weil es abertausende von Heulsussen, verrätern und Denunzianten gibt die genau so sind wie du.

    Zu deinen differenzen, im Punk Heuchelei bezüglich der Anschläge auf das World Trade Center, bin ich mit dir dacor denn Heuchelei ist auch meiner Ansicht nach falsch.
    Nur wäre es in diesem Falle nicht auch falsch würde man heucheln deinen „Artikel“, dich oder deine Ansichten gut zu finden?
    Oder möchtest du vileicht eigentlich keine Meinungsfreiheit sondern dass alle Menschen ausser dir schweigen oder heucheln?(Mit ausnahme von ein paar vollidioten die deiner Meinung sind)

    Nun ich halte dich zb. für grotten hässlich und denke dass du dir keinerlei Aroganz leisten kannst.
    Sollte ich das jetzt weg lassen? Wäre nicht das blose verschweigen schon heuchlerisch?

    Und gehasst wirst du auch nicht.
    Ich finde eher man sollte Menschen mit deinen Ansichten genauso verfolgen wie Nationalisten verfolgt werden.
    (Die heulen trotzdem nicht rum)
    Vileicht würdest du in folge dessen deine Worte mit etwas mehr bedacht wählen.

    Ich bin kein Nationalist oder so etwas, ich vertrette die Meinung das lange genug in Deutschland Menschen wegen ihrer Meinung und ihren Ansichten verfolgt wurden.
    Aber als pädagogische Maßnahme könnte man es in diesem Falle rechtfertigen.

    Ich halte es zudem für legitim Fehler zu machen.
    Was ich nicht für legitim halte ist jedoch auf der einen Seite die Androhung Sexuellerübergriffe zu verurteilen und auf der anderen Seite mit dingen wie „schrub“ meine Muttersprache aktiv zu vergewaltigen.
    In diesem Text sind vermutlich mehr Fehler der Rechtschreibung als in deinem.
    Aber „schrub“ ist kein fehler sondern Gramatikalischer unsinn und eine Vergewaltigung.

    Denk einmal drüber nach.

  74. Hej Julia

    bin ja etwas faul gerade in Bezug auf meinen Blog, aber die Sache mit Dir stachelt mich an doch mal wieder etwas zu schreiben – sexuelle Gewalt und deren Androhung gehen gar nicht, und das geflame und gebashe ist kontraproduktiv, nicht nur bei uns Piraten !

    Du sollst Deine Meinung haben (mit der nicht jeder Einverstanden sein muss), Du sollst sie auch auf Deine Art und Weise mit Deinen Dir eigenen Worten verbreiten (das macht schliesslich auch ein Stück weit Dein Wesen aus) und diese Meinung durchaus auch vertreten – warum auch nicht. Je mehr Meinung um so mehr Widerstreit – aber auch um so mehr Diskussion und Konsens-findung.

    Nun, ich denk ich schreib‘ heute Abend mal was auf meinem Blog zu dem Thema……

    Was Google Analytics betrifft: nun, das wollen wir doch nicht wirklich verwenden, oder ? Ich kann Dir einen Piwik-Acount (das Open-Source-Pedant zu Google Analytics) auf einem meiner Server einrichten, auf den dann nur Du Zugriff hast, wenn Du willst….

    alles Liebe, bleib gerade !

    Thomas aka agrardepp

    PS: Wenn Du Bodyguards brauchst – lass es mich wissen ….

  75. @Diábolos

    Selbst für Internetverhältnisse ist dein Beitrag ein herausragendes Zeugnis geistiger Verwirrung. Ich hoffe, du bekommst eines Tages die Hilfe die du brauchst und findest deinen Weg, um ein konstruktives Mitglied der Gesellschaft zu werden. (Bis dahin würde ich unter Umständen verschweigen, dass Deutsch deine Muttersprache ist.)

    @agrardepp

    > PS: Wenn Du Bodyguards brauchst – lass es mich wissen ….

    Hm, vielleicht interpretiere ich das falsch, aber unter einem Beitrag in dem sie ihre Wehrhaftigkeit betonte, zu suggerieren, sie könne sich nicht selbst wehren, finde ich etwas ungeschickt.

  76. @Matze
    „Und so ganz nebenbei, entweder man ist sich über die Konsequenzen seines Handelns im Klaren und kennt die Dicke der eigenen Haut oder man sollte die Finger von der Öffentlichkeit lassen.“

    Und wenn man in der Öffentlichkeit steht, dann muss man sich sexuelle Belästigung und Gewaltandrohung bieten lassen? Ist es das was du zum Ausdruck bringen möchtest?

  77. Liebe Julia,

    ich stell mich mal zu den Leuten, welche dir hier volle Rückendeckung geben. Lass dir den Rotz einfach (wieder dieses Wort!) nicht nahegehen und jede Entmutigung nur von kurzer Dauer sein.
    Es ist für mich als Außenstehender auch sehr …interessant, mal aus erster Hand zu lesen, womit man es innerhalb der PP unter anderem so zu tun hat.

    LG,
    Alex

  78. Hallo Julia,
    es schockiert mich, dass in einer solchen Auseinandersetzung um eine grundsätzliche Position, ohne dass unmittelbar eine konkrete Entscheidung oder persönliche Konsequenzen anstehen, von Menschen zu derart primitiven Mitteln gegriffen wird, und dass du dabei offensichtlich an den Rand dessen gebracht wirst, was zu ertragen ist.

    Persönliche Beleidigungen, sexuelle Anmache und Diffamierungen sind und bleiben absolut inakzeptable Formen des Umgangs und haben im politischen Diskurs nichts zu suchen.
    Wenn tatsächlich derart derbe Sprüche in deine Richtung erfolgt sind, konsultiere einen Anwalt und erwäge rechtliche Schritte.

    Über die Sache und ggf. unterschiedlichen Ansichten können wir gerne in gepflegter Atmosphäre kontrovers aber ohne Kontrollverlust bzgl. der Niveauansprüche diskutieren.

    mit aufmunternden Grüßen
    Ralf

  79. Danke Julia. Der Kampf wird noch härter werden und du kämpfst naturgemäß ohne Rüstung. Ich wünsche dir, dass du dir die Schmähungen der Schakale die heulend und versteckt in ihren Löchern sitzen, als das sehen kannst, was sie sind: Lächerlich. Das offene Eingeständnis deiner Emtionen und deiner Verletzlichkeit ehrt dich. Hat jemals ein „Datenschützer“ geweint? Ich weiß es nicht. Mit Sicherheit hat er sich jedoch dafür geschämt. Schade, dass keine Webcam dabei war. In Zukunft wird sie es – vielleicht – sein. Womit die Schakal gezwungen wären, ihre Nester zu verlassen und ins Licht zu schauen. Vielleicht ist es ja am Ende dann doch ganz schön, da draußen. Und die Schakale werden zu handzahmen Hunden.

  80. Diábolos dürfte den Award „Genpool-Verunreinigung des Tages“ verdient haben mit dem Mist, den er schrub. ^^ Glückwunsch, Kleiner, wir hoffen auf ein Homevideo, in dem du dein ebenso brillantes wie eloquentes Posting rappst, Retter unserer Muhterschprache!

  81. Erstmal: das mit den persönlichen Angriffen geht gar nicht. Kein Verständnis. Zweitens: ich hab mir deinen Artikel durchgelesen, um mir eine eigene Meinung zu bilden und komm zu dem Schluss, das du einfach nur Recht hast – die Gesellschaft muss sich ändern, nicht der Datenschutz muss gestärkt werden (ok, dass muss er auch, aber in erster Linie ist das Problem in der Gesellschaft zu suchen – und das in vielerlei Hinsichten).

    Warum ich deine Text aber sehr ungerne lese: ich studiere derzeit selbst und wenn ich deine Texte lese, bekomme ich das Gefühl, ich würde irgendeinen Aufsatz oder eine wissenschaftliche Arbeit von einem Altprofessor lesen, der es liebt, einfache Dinge in möglichst komplizierten Sätze zu formulieren – einfach nur um zu zeigen, dass der Inhalt belanglos und die Hülle das interessante ist.

    Damit erreichst du leider wenig – ich hab deine Seite vor Monaten gefunden und hab nach dem ersten Text nur gedacht „Sorry, aber bei der Schreibe fühle ich mich nicht angesprochen dich zu unterstüzen, sondern höre lieber auf zu lesen“. Ein guter Stil ist ok, aber bitte: du willst doch eine gewisse Zielgruppe erreichen. Und Politiker und Laberbacken sind die letzten die du erreichen willst.

  82. Das Problem heißt symptomorientiertes Handeln und beginnt in den Köpfen.

    Dieses Unkraut hat sich durch sämtliche Bereiche unserer Gesellschaft gewuchert. Es ist nicht nur der mangelnde Intellekt unserer politischen Führung, sondern auch die perfide Suggestion wirtschaftlicher Machtpole, der wir das zu verdanken haben.

    Das Bild des unfähigen Politikers ist lediglich ein Symptom. Ursache ist das System, das auf menschliche Schwächen wie Machthunger und Größenwahn zurückzuführen ist. Globale Meinungsmache und sowie mediale Monopole wie sie in sämtlichen Industriestaaten zu finden sind, zementieren das Ungleichgewicht und fördern die Desinformation des Volkes.

    Immer größer werden die Schritte, die von der Demokratie wegführen.

    Man betrachte die wirtschaftlichen/gesellschaftlichen Auswirkungen politischen Handelns der letzten 3 Jahre. Oder politischen Nicht-Handelns! Wer hier von Demokratie redet, ist wahrlich geblendet. Denn welcher Bürger bei gesundem Verstand, schneidet sich ins eigene Fleisch?

  83. Geblieben, um zu kämpfen. Den Trollen nicht das Feld überlassen. Und mit einem ehrlichen, öffentlichen Beitrag (und damit sich selbst treu) sich die dazu notwendige Unterstützung geholt. Wäre ich kein lebenslanger Grüner, wegen Dir würde ich den Piraten beitreten .-) Damit es diese Idioten ncoh schwerer haben. Übergriffige Kommunikation ist das letzte und die regelrechte Androhung von sexueller Gewalt reichte eigentlich für eine Anzeige.
    Melde dich, wenn ich was tun kann. Kopf hoch. Nase in den Wind.
    Schrub

    der Jörg 🙂

  84. Keine noch so sehr thematisch polarisierende Diskussion rechtfertigt persönliche Beleidigungen und Demütigungen, da kann mir wiedersprechen, wer will. Ich bin kein Fan der Piraten, denke aber auch nicht. dass es ein Parteiproblem ist, wenn so ein Shitstorm losbricht (ich bin Grüne, ich sitze bisweilen fröhlich pfeifend im Glashaus…).

    Von daher, von völlig unpolitischer Ebene: viel Kraft und gute Nerven – lass dich nicht unterkriegen und steh zu deinen Übzeugungen, auch wenn sie nicht die der Masse sein mögen!

  85. Liebe Julia,

    als Pirat und Freidenker möchte ich Dir sagen, wie sehr mich das Verhaltenmancher unserer Dir gegenüber Mitpiraten anwidert und wie sehr ich mich freue, dass Du Dich nicht unterkriegen lässt! Wenn 100 Piraten einem Troll das Feld überlassen haben wir 100 nichts gewonnen. Danke für Deine Courage!

    — Guido

  86. Hallo Julia,

    Du weisst doch, wie’s läuft. Von hundert Piraten sind ungefähr 99 Keller-Nerds, schmächtige Erscheinungen, die im basement vor ihrem Tauss-Schrein sitzen und sich, unter Hilfe ihrer Beleidiungs-App, neu Angriffe auf alles und jeden austüfteln. Kein Wunder, ist es doch finanziell günstig und bringt maximalen emotionalen Schub in eine sozial-inkompetente ausgehungerte Beziehungswelt. Daraus resultieren dann solche unsäglichen Angriffe, wie die auf Dich. Dass keiner von diesen geistigen HartzIV-Empfängern solche Beleidigungen, Angriffe und Bedrohungen öffentlich gegen Dich äusserst, ist auch klar. Ich wünsche Dir alle Kraft und Zuversicht, das auszuhalten. Ich finde gut, was Du machst und wie Du es machst!

    Kopf hoch!

    Tobias

  87. Gut retourniert, die Trollade, Kompliment!
    Der Typ, der durch seine unterirdischen Bemerkungen dem Thema und Eurer reichlich unausgegorenen Behandlung desselben ein weiteres Mal eine solche Aufmerksamkeit beschert, verdient einen besonders festen Arschtritt.
    LG, Nick H.

  88. Pingback: Die Dotcommunisten
  89. Pingback: Partei « H I E R
  90. Danke für Ihren interessanten Artikel heute im Feuilleton der FAZ: Ja, allem Anfang wohnt ein großer Zauber inne! – Ich würde Ihnen aber gern einmal einen Vorschlag zur Prüfung unterbreiten wollen. War ein Alternativprojekt zum hier auch in Leipzig geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmal (oder soll ich sagen Bullshit-Monument?) : Deutscher Demokratiepreis! Eigentlich für die Piraten wie gemacht. Mehr dazu, wenn Sie mir mal Ihr E-Mail-Adresse zukommen lassen. Dann muss ich da noch ein paar Anhänge machen, darunter auch ein Schreiben an die Kanzlerin, den Bundespräsidenten, den Bundestagspräsidentebn, die Bundesratspräsidentin und den Staatsminister für Nationaldenkmäler und Kultur. Danke!

    Mit freundlichem Gruß

    Dieter Krause (Leipzig)

  91. Hallo Julia!

    Ich teile ihre politischen Aussagen überhaupt nicht. Dennoch möchte ich ihnen den Rücken stärken und ihnen zurufen: halten sie durch, lassen sie sich nicht abschrecken. denn das ist Demokratie.

    Für die Piraten ist die Anonymität im Internet ein heiliges Gut. Aber es wird gern übersehen, dass jedes heilige Gut auch eine Rückseite hat. Und die Rückseite der Anonymität sind die „Heckenschützen“, die unsichtbar im Gebüsch versteckt, mit unflätigen Worten, Beleidigungen und Drohungen auf jede andere Meinung schießen.

    Wir haben es hier auch nicht mit einem Julia-Schramm-Problem zu tun sondern mit einem allgemeinen Internet-Ptoblem.

    Selbst in Foren mit völlig unpolitischen Themen, wie z.B. über Rosenzucht, kann man mit Schrecken
    erleben, wie plötzlich Teilnehmer mit abartigen Beschimpfungen übereinder herfallen, als ginge es um ihr Leben. Keiner von ihnen würde es wagen, die gleichen Worte in einm Disput von Angesicht zu Angesicht zu benutzen.

    Einge Foren haben deswegen besondere Moderatoren mit der Möglichkeit ausgerüstet, solche Attacken zu löschen. Und dann beklagen sich die Heckenschützen, dass hier die freie Meinungsäußerung unterbunden werde. Welch ein Hohn!

  92. Hi Julia,
    auch ich habe den Weg auf deine Seite über den FAZ-Artikel gefunden. Es ist natürlich alles andere als fein, wenn aus einem politischen Diskurs auf einmal ein nicht-politischer Diskurs wird und man dich persönlich angreift. Gleichzeitig solltest du dich aber auch nicht zu sehr darüber ärgern, wenn man dir anzügliche bzw. sexualisierte Mails schickt. Eine häßliche, dumme oder kranke Person würde solche Mails nie bekommen. Wenn ich du wäre, dann würde ich solche Botschaften also auch irgendwie als Kompliment auffassen. Oder um es anders zu sagen: Es gibt Menschen auf dieser Welt, die potthäßlich, dumm oder auch einfach krank sind, möglicherweise noch nie einen Sexualkontakt hatten und nicht ansatzweise das Leben so auszukosten konnten wie du. Die würden sich wünschen, derartige Mails zu erhalten. Denn das würde ihnen zeigen, dass man sie auch auf zwischenmenschlicher Ebene bemerkt und in irgend einer Weise für begehrenswert hält. Gräme dich also nicht zu sehr! Du hast da meiner Ansicht nach so eine Art Luxusproblem.
    Liebe Grüße,
    Königswinter

  93. Ein langer Beitrag und einen Teil las ich heute (24.09.2011) bereits in der FAZ, im Feuilleton auf Seite 35. Schon dort frug ich mich: Was möchte Julia? (Frau Schramm, ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, erlaube ich mir Sie mit dem Vornamen anzureden, aber beim „Sie“ zu bleiben – vv ist natürlich akzeptiert).

    Gut, wie sie Piratin wurden – aber dazu benötige ich keine 398 Zeilen – oder ich weiß nicht wirklich wieviel es waren – wertvollen Zeitungsraum. Auch interessiert weniger der formale Ablauf, als doch der materielle Inhalt des politischen Werdens und Denkens. Dieser erschließt sich mir leider nicht. Aber vielleicht liegt es auch an dem heutigen, eigenen Sprachstil einer Kaste, die dem neoDeutschem Anglizismus (e.g. August, 7th 2011) huldigt. Ohne Rücksicht auf Kommunikation und Sprache mit dem deutschem Volk. Diese deutsche Sprache unbarmherzig sprachlich verknechtet und verunstaltet.

    Solche Gedanken, Irrungen, Wirrungen und Erfahrungen hatte ich in gleicher oder ähnlicher Form im Alter zwischen 14 und 24 Jahren auch, aber diese Zeit ist jetzt ungefähr 35 Jahre vorbei! Es war die Zeit des Vietnamkrieges, die Abkoppelung der Währungen, insbesondere des US-Dollars vom Goldstandard, die Einführung flexibler Wechselkurse, autofreie Autobahnen (was für ein Widerspruch!), der mordenden RAF (ich habe die Toten in Köln liegen gesehen), des Rücktritts Willy Brandts und der Kanzlerschaft Helmut Schmidts. Die politischen Blütejahre des bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Straußs (er machte Bayern – als bisher einzigem Bundesland – von einem Empfänger- zu einem Zahlerland im Finanzausgleich der Bundesrepublik Deutschland), die Ohrfeige von Beate Klarsfeld für Kanzler Kurt-Georg Kiesinger hallte nach und es gab noch vieles mehr. Ich habe gelebt, überlebt und war mittendrin. Aber offensichtlich hat sich Wenig bis Nichts in 35 Jahren verändert. Also: im Osten nichts Neues! (ich habe in Köln Wirtschaftswissenschaften studiert und Bonn liegt bekanntlich östlich davon).

    Aber die Piraten bringen Hoffnung. Hoffnung auf eine Form für die Demokratie, die es bisher so nicht gab – durch, mit und über das Internet!

    Die Grundsteine sind bereits gelegt: der Fingerabdruck im Paß, der neue chipbewehrte, fälschungssichere (?!?) Personalausweis, die vollständige Durchnumerierung des deutschen Bürgers vom Zeitpunkt der Geburt bis über den Tod hinaus ermöglichen es zukünftig, auf diese Vielzahl an Parlamenten (17 Stück!) in Deutschland zu verzichten.

    Der Bürger wird direkt über das Internet die politischen Entscheidungen herbei- und durchführen.

    Also bleiben Sie bei den Piraten und standhaft. Fordern Sie ein, was Sie für Richtig halten. Diskutieren Sie! Debattieren Sie! Weisen Sie die Besserwisser von Maulkorbverhängern oder vom Streit schreibende Journalisten und ähnliche als Antidemokraten in ihre Schranken. Das ist gelebte Demokratie und keine Tränen wegen eines vermeintlichen oder tatsächlichen Sexismuses oder sonstigen Widerstands. Sie können mehr und stehen darüber. Bringen Sie Demokratie, Demut und Altruismus zurück zum Bürger. Wehren Sie die gegenwärtig herrschenden niedrigen Instinkte der Parteiendiktatoren von Gier und Macht ab. Bleiben Sie aktiv Pirat!

  94. Gib niemals auf! hör niemals auf dich zu wehren, egal wem deine ansichten nicht schmecken, sie müssen weder deine posts lesen noch dir zuhören, aber wenn leute meinen kollektiv beleidigend werden zu müssen, oder auch nur ein einzelner eine wirklich geschmacklose bemerkung macht, mit der du nicht leben kannst, dann gib ihnen saures. schließlich kommt es aus dem wald zurück wie man hineinruft!

    mein damaliger fahrlehrer machte damals die wohl schlimmste bemerkung die ich je im einem leben gehört habe, und ich, damals 18, war da einfach drauf einfach zu baff um etwas zu erwiedern. du hast keine ahnung wie oft ich mich in diese szene zurück wünsche – um dann richtig aufzugehen bevor ich zu seinem vorgesetzten marschieren würde…
    besagte bermerkung war (ich hatte zuerst erwähnt ich wollte nie kinder haben) „Ich glaube du musst mal vergewaltigt werden.!
    und da saßen sogar noch 2 andere schüler auf der rückbank. wir brachten alle nichts mehr raus ob dieser niveaulosen meldung.
    also, wehre dich gegen solche leute, sonst wirst du es immer bereuen!
    lg,
    sarah

  95. Pingback: date
  96. What i don’t realize is actually how you’re no longer actually much more neatly-favored than you may be right now. You’re so intelligent. You realize thus considerably when it comes to this subject, made me in my opinion believe it from a lot of various angles. Its like men and women don’t seem to be involved unless it’s one thing to accomplish with Girl gaga! Your individual stuffs excellent. At all times handle it up!

  97. Sendung im Deutschlandfunk,
    bin auf Ihren Namen durch ein Interview im Deutschlandfunk gestoßen.(habe kein TV =totale Verblötung)Ihre Ansichten finde ich prima. Ich trage mich immer mehr damit der Piratenpartei beizutreten ………….denn von all den Parteien im Bundestag fühle ich mich nicht vertreten ,bin ein typischer Nichtwähler schon seit 20 Jahren.Ich hoffe die Piratenpartei lässt sich nicht einluden durch die Macht des Geldes(wie es mit den Grünen passiert ist)……..die Leute wünschen sich Idealisten in der Politik.
    Was die Beleidigungen angeht ,scheint es eine der üblen Begleiterscheinungen im Internet zu sein ,die Leute können sich ja immer hinter irgendwas verstecken,sie schreiben halt was sie am meisten um treibt.Nach Schopenhauer ……“Wille und Vorstellung“,der Triebwille ist das ,was die Menschen durch die Evolution am meisten geprägt hat und das zieht sich so wohl auch immer durch alle Kommentare….
    LG Lothar
    P.S. Gibt es in Thüringen einen Landesverband der Piratenpartei?

  98. Jemand meinte, dass Julias Artikel verschwurbelt und selbst von einem Herrn Tauss nicht verstanden werden könnte…

    *Stellt seelenruhig und demonstrativ einen Sack Grillkohle in den Cyberspace*

    Meine Hochbegabung wurde nie gefördert weswegen sie verkümmerte und die Rechenleistung meines Gehirns hat unter dem Einfluss einer schweren Depression letzthin etwas nachgelassen, aber ich würde Julias Artikel sowohl in Bezug auf Verständlichkeit als auch in Bezug auf Fundiertheit ohne Zögern in eine Reihe stellen mit Steven Hawkins „Eine kurze Geschichte über die Zeit“.
    Wer da nicht mitkommt, sollte den Artikel einfach nochmal langsam und in Ruhe durchlesen – es lohnt sich!

    Ich bin noch nicht sooo alt, Julia, aber ich habe eine Mobbing“karriere“ hinter mir, die sich durchaus mit Deinem Alter an Länge messen kann. Ich hab also ein wenig Erfahrung damit, von allen Seiten Dauerfeuer zu kassieren.

    Daher maße ich mir einfach mal an Dir zu sagen:
    Lass Dich nicht unterkriegen, gib nicht nach, steh zu Dir und Deiner Meinung (die ich nebenbei erwähnt definitiv teile).
    Man kann das überleben. Wenn man sich nicht von seinem Weg abbringen lässt.

    Weiter so! Die Piraten BRAUCHEN Menschen wie Dich.

    Was die Shitstormer, Flamer und Verbalvergewaltiger angeht:
    Darwin hatte Recht, die Uhr von bedauernswerten Kreaturen wie Euch läuft bereits…
    (Irgendwo tut Ihr mir Leid.)

    Falls das hier irgendwem nicht passt… *deutet lakonisch auf den Kohlesack*
    Feel free^^

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