Deutsch und Demokratisch

Ich schrieb einst ein Lied. Und sang im Duett. Und ein guter Freund machte da mal schnell Kram draus. Aufgenommen in einem ehemaligen Nazibunker. Zusammen mit JCO. Have Fun.

Deutsch Demokratisch – Retrofuturist


Logik und Leidenschaft

Manic depression is touching my soul
I know what I want but I just don’t know
How to, go about gettin‘ it
Feeling sweet feeling,
Drops from my fingers, fingers
Manic depression is catchin‘ my soul
(Jimi Hendrix)

Ich mag den Juni nicht. Er ist herzlos in seiner distanzierten Schwüle und spannt eine feucht-klebrige Glasglocke, unter der ich zu Ersticken drohe. Nur hört mein Japsen keiner während ich völlig entrückt durch Berlin wandele. Mein Blick ist permanent von einer Milchglasschicht getränkt, auf der ich die Abdrücke meiner verwunderten Hände zu ignorieren versuche, während ich mich in die kalten englische Moore sehne. Die Sehnsucht nach einer Zeit, in der die Strukturen klar, die Entscheidungen irrational, aber zwingend waren, ist in solchen Momenten nie größer. In einer Gegenwart in der ich dazu verdammt bin alles tun zu dürfen, wird die Leidenschaft durch Rationalität verwässert, von der Rechtfertigung für überemotionales Handeln zerstört. Wir erheben Logik zu einem Götzen, der zumindest meinem Wesen eine grundsätzliche Unzulänglichkeit abverlangt.

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Die und Wir

Ich bekam eine Anfrage, ob ich mich zu einem Artikel, der über mich geschrieben wurde, äußern wollen würde. Dieser Artikel hat an jeder Stelle das möglichst schlimmste und böseste aus meinen Aussagen interpretiert, was nur irgendwie geht. Aber naja, ich habe Aussagen getroffen, die waren provokativ und werden interpretiert. Dafür werde ich seit Wochen beschimpft und beleidigt. Aber zum Glück auch gelobt und verstanden! Danke an dieser Stelle. Anbei nun meine Antwort. Der Artikel ist an dieser Stelle irrelevant, da nur die gängigen Argumente und Buzzwords: Stalin, 1984, Totalitarismus, Hitler, Big Brother, etc. kommen und keine neuen Punkte erläutert werden. Zusätzlich wurden mir konkret Fragen gestellt, die ich in Gänze auch veröffentliche. Denn gerade die Fragen offenbaren interessante Interpretationsschlüsse. Doch lest selbst:

Sehr geehrter Herr XXX,

anbei nun mein Feedback:

Der Artikel ist leider sehr reißerisch und klischeebehaftet geschrieben. Es ist die gängige unreflektierte Kritik an einer Zustandsbeschreibung. So wird der Träger der Nachricht bekämpft und nicht der Inhalt der Nachricht. Aber die Aussagen wurden von mir so getroffen, entsprechend kann ich mich grundsätzlich nicht gegen die Interpretation meiner Worte aussprechen.

Zunächst dazu einige grundsätzliche Anmerkungen: Die Aussage „Privatsphäre ist sowas von eighties“ ist nicht umsonst mit einem (lacht) versehen. Auf eine lockere Art spiegele ich hier das Gefühl vieler Menschen wider, die Facebook und Co gerne und angstfrei nutzen, und vertrete dabei keinen normativen Anspruch. In erster Linie geht es darum den Ist-Zustand zu beschreiben und den Anspruch an ein freies Internet trotz dieser Probleme, die z.B. Facebook und Google aufwerfen, zu wahren. Es ist wesentlich, dass Transparenz hergestellt wird, sowohl in politischen, als auch wirtschaftlichen Bereichen, was die bisherigen Vorstellungen von Privatsphäre auf den Kopf stellt. Die Freiheit des Internet und das Gebot der Transparenz gehen Hand in Hand und müssen um jeden Preis verteidigt werden. Privatsphäre ist in diesem Zusammenhang nicht in der bisher bekannten Art aufrecht zu erhalten. Denn das politische Gebot der Transparenz konkordiert an dieser Stelle mit den althergebrachten Vorstellungen des Privaten. Das Internet ist viel mehr noch ein öffentlicher Raum, in dem der klassische Datenschutz nicht mehr umzusetzen ist.

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